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Nürnberg (Bayern) – Es war eine grausame Bluttat – begangen von einem gerade mal 15 Jahre alten Jugendlichen. Im April 2025 hatte der Teenager einen 19-Jährigen im Schlaf getötet und anschließend dessen Freundin (14) angegriffen. Jetzt wurde der junge Killer vom Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Mordes und versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.
Damals hatte der 15-Jährige den Bruder seiner Freundin mit einem Messer angegriffen – während dieser schlief. 27-mal stach er in dessen Wohnung zu, das Opfer überlebte den Angriff nicht. Für das Gericht steht nun fest: Es war ein klarer Mord. Durch die Schreie war zudem die 14-jährige Freundin des Opfers wach geworden. Auch sie wurde von dem 15-Jährigen attackiert und schwer verletzt. Sie fiel ins Koma, wochenlang kämpften Ärzte auf der Intensivstation um ihr Leben. Sie leidet bis heute an den Folgen der Tat.
Jugendlicher tötete aus Angst
Mieter des Mehrfamilienhauses hatten am Morgen die Polizei gerufen, alarmiert durch die Schreie aus der Wohnung. Die Beamten fanden den toten 19-Jährigen und die lebensgefährlich verletzte 14-Jährige. Schnell geriet der 15-Jährige in den Fokus der Ermittler. Vor Gericht legte er ein Geständnis ab.
Nach Überzeugung der Richter leistete die zur Tatzeit 13 Jahre alte Freundin des Täters Beihilfe zum Mord, indem sie die Tür zuhielt, als die verletzte 14-Jährige Hilfe holen wollte. Da sie zum Tatzeitpunkt strafunmündig war, kann sie nicht belangt werden. Ihr Freund muss allerdings nun lange ins Gefängnis. Das Gericht blieb nur knapp unter der maximalen Haftstrafe für jugendliche Straftäter von zehn Jahren. Als Motiv nannte das Gericht die Angst der beiden Jugendlichen, ihre Liebesbeziehung könne von den Familien nicht akzeptiert werden. In dieser Vorstellung habe der Jugendliche zugestochen – 27-mal. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.