Michael Kuhl vom Bündnis „Bildung.Macht.Kita!“ überraschen die Studienergebnisse nicht. Das Bündnis setzt sich seit dem vergangenen Jahr auf politischer Ebene für die Interessen von Kindern, Eltern und Kitas ein. Die Zahlen der Bertelsmann Stiftung geben seiner Meinung nach einen guten Hinweis auf die Lücke zwischen dem, was bildungspolitisch wünschenswert ist, und der Realität. Auf Anfrage von rbb|24 sagt er: „Die brandenburgische Landesregierung ist an wirklichen Verbesserungen offenbar nicht interessiert. Eher das Gegenteil scheint der Fall, denn die Landesregierung verspielt gerade eine historische Chance. Statt faktisch zu sparen, könnte sie die sogenannte demografische Rendite aus den sinkenden Kinderzahlen nämlich für eine Verbesserung der Personalbemessung einsetzen.“

Von der Landesregierung wünscht er sich einen neuen Entwurf des Kita-Finanzierungsgesetzes: „Im jetzigen Entwurf steht eine obskure Kostenneutralität im Mittelpunkt und nicht die Kinder und ihre Familien.“

Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg äußerte sich auf Anfrage von rbb|24 wie folgt zur Studie: „Im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer (ohne Berlin) hat Brandenburg eine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Kita-Personal. Noch im vergangenen Jahr hatte die Bertelsmann-Stiftung den Kitas in Brandenburg mit die beste Fachkräftequote und mit den besten Betreuungsschlüssel in Ostdeutschland beschieden.“

Neun von zehn Mitarbeitenden in Krippen und Kindergärten in Brandenburg seien qualifizierte Fachkräfte. Auf die unterschiedliche Einordnung der fachlichen Qualifikation des Kita-Personals könne der Vergleich der Studie über alle Bundesländer nicht eingehen. Brandenburg habe die Personalbemessung in den vergangenen Jahren zudem verbessert.