Märchenhafte Prunksitzung der Spargelstecher
Käfertal. Prinzessinnen in bunten Schlössern und goldenen Kutschen, Helden und Fantasiegestalten aus der Welt von Disney und Grimms Märchen: Schon beim Blick in den festlich geschmückten Saal des DJK-Gemeinde- und Sportzentrums St. Laurentius war klar, dass die Spargelstecher ihr Publikum auf eine ganz besondere Reise mitnehmen würden. Spätestens als die „Hex vun Käfferdahl“ über die Bühne huschte, war endgültig klar: Die Märchen-Prunksitzung hatte begonnen.
Nach dem feierlichen Einzug von Elferrat, Tanzgarden und ihrer Lieblichkeit Melanie II. durch die fantasievoll gestaltete Kulissenlandschaft gehörte die Bühne zunächst den jüngsten Vereinsmitgliedern. Die Spargel-Borzel verzauberten das Publikum auf ihren Besen mit einem entzückenden „Bibi-Blocksberg-Tanz“. Besonders bemerkenswert: Die jüngste Tänzerin war gerade einmal vier Jahre alt – schwang ihren Hexenbesen jedoch bereits mit erstaunlichem Selbstbewusstsein.
Dass das Programm der Spargelstecher fast vollständig aus den eigenen Reihen bestritten wird, betonte Vereinsvorsitzender Alexander Boppel einmal mehr mit Stolz. Und der Nachwuchs bewies eindrucksvoll, dass dem Verein um die Zukunft nicht bange sein muss: Mini- und Midi-Garde überzeugten in der ersten Halbzeit mit präzisen Gardetänzen in lilafarbenen, goldverzierten Uniformen.
Zwischen den Tanzauftritten sorgten Büttenreden für beste Stimmung. Die 15-jährige Zoey Strohmeier nahm als „Gardemaisel“ ihren Vater, Elferrat Sven Kraft, charmant aufs Korn. Sandra Strohmeier brillierte als „Princess of Butze“ mit amüsanten Geschichten aus ihrem (fiktiven) Alltag als Reinigungskraft der Prominenz beim Mainzer Fernsehgarten. Jungelferrat Fabian Ernst überzeugte erneut als „Fabi, die Stewardess“.
Für den ersten großen Stimmungshöhepunkt sorgte „Helena aus Griechenland“ (Alexander Boppel), die den Saal zum Kochen brachte – eine lange Polonaise schlängelte sich durch die Reihen. Empfangen wurde Helena von Elferrat Robert Schwind als schräger Prinzessin Anita I. vom Filsbachschlössel. Schwind zeichnet gemeinsam mit Alexander Boppel als „Creative-Art-Director“ für die unzähligen Gags, Kostüme und Ideen verantwortlich, die der Sitzung ihre besondere Würze verliehen.
Großen Applaus erhielten zudem die elfjährige Madeleine Wingerter als Jugendtanzmariechen sowie Gardemajor Marco Sauer, der mit seinem Solo längst eine eigene Fangemeinde hat. Kurz darauf stattete das Stadtprinzenpaar Nadine II. von den Grokageli und Prinz Fabian I. vom großen Feuerio der Sitzung einen Besuch ab und zollte Verein und Publikum höchsten Respekt, bevor weitere Termine warteten.
Kurz vor der Pause heizten die Grawama Schbargelbadscha aus Graben-Neudorf – in ihrem 33. Jubiläumsjahr – mit ihrer schrägen, lauten Guggemusik dem Saal noch einmal kräftig ein.
Nach der Pause übernahm Robert Schwind als Kerzenleuchter Lumière aus „Die Schöne und das Biest“ die Moderation für die märchenhafte Show der Elferräte. Ob Arielle, Balu, Cowboy Woody, Aladin auf dem fliegenden Teppich oder Simba, Timon und Pumbaa – der Ideenreichtum und die detailverliebten Kostüme sorgten immer wieder für Szenenapplaus. Als Elsa aus der „Eiskönigin“ klagte Alexander Boppel unter großem Gelächter über den dringenden Wunsch nach einer freien Toilette. Schneewittchen und die „sieben Zwerge“ – genauer gesagt die Elferräte – luden schließlich zur nächsten Polonaise ein.
Zur ausgelassenen Stimmung trug nicht zuletzt Alleinunterhalter Markus März bei, der mit viel Gespür für den Saal die Schunkelrunden und Polonaisen musikalisch begleitete. Politisch wurde es anschließend, als Alexander Fleck in seiner Paraderolle als „Kardinal von Käfertal“ der Bundes-, Landes- und Stadtpolitik pointiert die Leviten las. Unterstützung erhielt er dabei von Lukas Glocker, dem neu ernannten Stadtpfarrer der Großkirche Mannheim St. Sebastian.
Mit Boppels Abrechnung als „Hex vun Käfferdahl“ über Verkehrshindernisse für Hexen, dem Gardetanz der Maxis und dem Solotanz des aktiven Tanzmariechens Lenja Schwöbel steuerte der Abend auf sein Finale zu. Ein besonderer Moment folgte, als Alexander Boppel auf elf Jahre als Vereinsvorsitzender zurückblicken durfte und von den Aktiven mit einer abgewandelten Version von „Spargelstecher, das ist dein Verein“ geehrt wurde.
Gemeinsam beendeten Boppel, Elferrat, Maxigarde und das närrische Publikum den Abend kurz vor Mitternacht mit der Hymne „Monnem, Monnem, Käfertal“ unter tosendem Applaus. Punkt Mitternacht erklang schließlich noch ein Geburtstagsständchen für Wolfgang Forelle, KKM-Vorstand a. D., das vom gesamten Saal gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen – darunter Kulturbürgermeister Thorsten Riehle, Stadträtin Melanie Seidenglanz, MdB Gabriele Katzmarek und Lukas Glocker – angestimmt wurde.
Text : Beate Tilg Bilder : Wolfgang Neuberth