„Invasion“ der Seidenschwänze: Seltene Wintergäste erobern Deutschland | ndr.de

Stand: 28.01.2026 09:43 Uhr

Im Landkreis Celle ist eine Gruppe von Seidenschwänzen beobachtet worden. Experten werten das als außergewöhnliches Naturphänomen. Normalerweise leben die Vögel in der russischen Tundra und anderen nordischen Regionen.

von Anja Schlegel

Wenn Seidenschwänze in ihren nördlichen Heimatgebieten nicht genügend Nahrung finden, weichen sie jedoch nach Mitteleuropa aus. Sie treten dann in großer Zahl auf – Fachleute sprechen von sogenannten Invasionsjahren. In solchen Wintern können Tausende Tiere bis nach Deutschland ziehen.

Beeren stehen auf dem Speiseplan

Die farbenprächtigen und vergleichsweise zutraulichen Vögel sind meist in kleinen Trupps unterwegs. Besonders gern halten sie sich in Sträuchern und Bäumen auf, an denen noch Beeren oder Knospen zu finden sind. Ihren Namen verdanken Seidenschwänze ihrem auffallend weichen, seidigen Gefieder.

Seidenschwanz galt als „Pestvogel“

Im Mittelalter konnten sich die Menschen das plötzliche Auftreten der fremden Vögel nicht erklären. Der Seidenschwanz galt damals als sogenannter „Pestvogel“ und wurde als Unglücksbringer gefürchtet – man sah in ihm einen Vorboten von Kriegen, Hungersnöten und schweren Krankheiten.

Äpfel helfen, den Winter zu überstehen

Heute weiß man, dass Nahrungsmangel der Hauptgrund für die Wanderbewegungen ist. Bevorzugt fressen Seidenschwänze Beeren, wie sie derzeit noch an Sanddorn, Weißdorn, Eberesche oder Liguster zu finden sind. Auch Obst, etwa Äpfel, hilft den Vögeln dabei, den Winter zu überstehen.

Ruf klingt wie ein langgezogenes „Sirrrr“

Akustisch machen sich Seidenschwänze durch einen hohen, feinen und glockenähnlichen Gesang bemerkbar. Ihr klarer, gläserner Ruf klingt wie ein langgezogenes „Sirrrr“ und erinnert an das Klingeln eines Schlüsselbundes. Bei Gefahr warnen sich die Tiere zudem mit lautem Schnabelklappern.

Eine Amsel sitzt auf einem Baum und frisst Beeren.

Bilderstrecke

Klein oder groß, bunt oder schwarz-weiß: Viele Vögel hat man schon oft gesehen. Aber um welche Art handelt es sich?

Ein Eichelhäher sitzt in einem schneebedeckten Vogelhaus.

Bei der Aktion des NABU haben mehr Menschen mitgemacht als im Vorjahr. Doch noch nie wurden so wenige Vögel gezählt.

Ein Mann hält ein Taschentuch in einer Hand und ein Telefon in der Anderen.

An diesem Thema scheiden sich aktuell die Geister – auch in Niedersachsen. Wie stehen Sie zu der telefonischen Krankmeldung?

Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 des Konzerns Ørsted

Der Nordsee-Gipfel hat begonnen. Die Erwartungen der norddeutschen Länder daran sind hoch.

An einem Gebäude hängt ein Schild mit der Aufschrift Niedersächsisches Justizministerium.

Bis zu 18.000 digitale Dokumente stauten sich im Januar bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Intern hagelte es Kritik.

Eingang einer Bank in Fedderwardergroden, in der Schließfächer aufgebrochen wurden.

Die Tat erinnert an den Raub in Gelsenkirchen: Einbrecher haben Schließfächer einer Sparkasse im Stadtteil Fedderwardergroden geleert.

Ein Winterdienst-Fahrzeug mit der Aufschrift «Gehwegreinigung» streut in der Innenstadt, um glatten Straßen vorzubeugen.

Tödlicher Unfall auf der A1 bei Großenkneten-Ahlhorn. Ein Auto ist völlig zerstört.