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Im öffentlichen Dienst der Länder kommt es am 29. Januar zu einem bundesweiten Jugendstreiktag. Nachwuchskräfte fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen – auch in Bayern wird gestreikt.
München – Auszubildende und Studierende im öffentlichen Dienst der Länder beteiligen sich am Donnerstag (29. Januar) an einem bundesweiten Jugendstreiktag. Mit der Arbeitsniederlegung wollen sie ihre Forderungen in der aktuellen Tarifrunde unterstreichen. Darüber berichtete die Gewerkschaft Verdi in einer Pressemitteilung.
Auszubildende und Studierende im öffentlichen Dienst der Länder streiken am Donnerstag (Symbolbild). © Christophe Gateau/dpaBundesweiter Streiktag: Junge Beschäftigte erhöhen Druck
Standorte in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Leipzig, Kiel und Rostock sowie an Unikliniken in Bayern werden laut Verdi zu Schauplätzen der Aktion. Die Gewerkschaft erklärt, dass die Nachwuchskräfte kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeberseite verstärken wollen. In Bayern sollen sich die jungen Streikenden dezentral organisieren, teilte Verdi mit. Demnach sind Streikkonferenzen in München, Augsburg, Regensburg, Erlangen und Würzburg geplant.
Die Gewerkschaft begründet die Streikmaßnahmen damit, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auch in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt habe. „Die hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere auch die Mietpreise in bayerischen Städten, treiben viele Nachwuchskräfte in Existenznöte“, erklärte Katharina Heymann, Landesjugendsekretärin von Verdi Bayern, laut der Mitteilung. Auszubildende und dual Studierende seien besonders stark davon betroffen. „Die Preise mögen langsamer steigen, aber sie bleiben auf hohem Niveau. Es kann nicht sein, dass Auszubildende am Monatsende nur noch Nudeln mit Butter essen können“, so Heymann weiter.
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Fotostrecke ansehenForderungen: 200 Euro mehr und unbefristete Übernahme
Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde für die Nachwuchskräfte eine monatliche Erhöhung um 200 Euro. Zusätzlich verlangt Verdi die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden im erlernten Beruf sowie einen bundesweiten Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud).
„Die rund 300.000 studentischen Beschäftigten arbeiten unter prekären Bedingungen. Niedrige Löhne, Kettenbefristungen und unbezahlte Überstunden gehören an bayerischen Hochschulen zum Alltag“, sagte Heymann laut der Pressemitteilung. „Diese Tariflücke im öffentlichen Dienst muss endlich geschlossen werden, denn nur sichere Stellen und eine angemessene Bezahlung ermöglichen kontinuierliche und gute wissenschaftliche Arbeit.“
Gerade bei den Nachwuchskräften müsse in die Zukunft investiert werden, betonte die Landesjugendsekretärin laut Verdi. Sie verwies dabei auf die bundesweit zahlreichen unbesetzten Stellen im öffentlichen Dienst und den demografischen Wandel. (Quelle: Pressemitteilung von Verdi), (leo)