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Während in den skandinavischen Ländern immer häufiger digital gezahlt wird, ist Bargeld in Deutschland nach wie vor ein beliebtes Zahlungsmittel. Doch die größten Bargeld-Liebhaber sind in einem anderen europäischen Land zu finden.
Fulda – Ob im Supermarkt, im Restaurant oder beim Shoppen – die Deutschen zahlen noch immer gern und vergleichsweise häufig mit Bargeld. Doch es gibt gleich mehrere Länder in der EU, in denen Bargeld noch beliebter ist. spiegel.de berichtet über ein Ranking der Zinsplattform Raisin, die zehn Euroländer miteinander verglichen hat. Ergebnis: Die Österreicher sind die größten Bargeld-Fans.
Die Menschen in Deutschland zahlen noch immer gern und vergleichsweise häufig mit Bargeld. (Symbolbild) © Moritz Frankenberg/dpa
70 Prozent der stationären Zahlungen in Geschäften und Restaurants werden dort bar abgewickelt. In Deutschland sind es lediglich 63 Prozent. Damit landet Deutschland in der Mitte des Rankings auf Platz fünf. Nach Österreich folgen auf den Plätzen zwei bis vier Italien, Spanien und Portugal, die allesamt noch mehr an Scheinen und Münzen hängen als die Deutschen. Das Schlusslicht des Rankings bildet Finnland. Nur 19 Prozent der stationären Zahlungen erfolgen dort noch in bar, heißt es weiter. Die Plätze sechs bis neun belegen Irland, Frankreich, Belgien und die Niederlande.
Deutschland nur im Mittelfeld – Wo ist Bargeld am beliebtesten?
Auch bei der Versorgung mit Bargeld liegt Deutschland lediglich im Mittelfeld. Während hierzulande 79 Geldautomaten auf 100.000 Einwohner kommen, liegt Österreich mit 169 Automaten pro 100.000 Einwohner deutlich weiter vorn. In Frankreich, wo 50 Prozent der Zahlungen in bar getätigt werden, gibt es mit 94 Geldautomaten pro 100.000 Einwohnern deutlich mehr Möglichkeiten, Bargeld abzuheben.
Wie t-online.de berichtet, hat die Plattform zudem untersucht, wie die verschiedenen Länder zum Bargeld stehen. Auch hier hat Österreich die Nase vorn. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Barzahlung bevorzugen, und 73 Prozent der Österreicher möchten Bargeld als Zahlungsoption beibehalten. Auf Platz zwei landet Irland. 29 Prozent bevorzugen hier das Zahlen mit Bargeld und 65 Prozent halten die Barzahlung für „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“.
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Die Deutschen belegen in diesem Ranking Platz drei. Getreu dem Motto „Nur Bahres ist Wahres“ bevorzugen hierzulande trotz der zunehmenden Verbreitung von digitalen Zahlungsmöglichkeiten immer noch 28 Prozent das Zahlen mit Münzen und Scheinen. 69 Prozent wollen die Bargeldoption auch weiterhin behalten. Platz zehn geht auch in diesem Ranking an die Finnen. Lediglich zehn Prozent der Befragen bevorzugen hier die Bargeldzahlung. Und nur 56 Prozent der Befragten halten die Beibehaltung von Bargeld für wichtig.
Ein Wert, der nur noch von den Niederländern unterboten wird, wo sich 46 Prozent für die Beibehaltung aussprechen. Da in den Niederlanden allerdings vier Prozent mehr, nämlich 14 Prozent der Befragten, Barzahlung bevorzugen, landen sie in dem Raisin-Ranking vor Finnland auf Platz neun.
Zugang zu Bargeld soll dauerhaft bestehen bleiben – Abschaffung kein Thema
So oder so gibt es derzeit keine Pläne, das Bargeld abzuschaffen. Nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist Bargeld zwingend notwendig für ein funktionierendes Wirtschaftssystem, wie t-online.de berichtet. Die Deutsche Bundesbank betont auf ihrer Webseite zudem, „Bargeld ist auch wichtig, um zu verhindern, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen oder Geringverdiener ausgeschlossen werden“.
In ihrer Bargeldstrategie halte die EZB fest, dass sie den Zugang zu Bargeld für alle Menschen dauerhaft sicherstellen wolle. Demnach unterstützt sie unter anderem den Einzelhandel dabei, Bargelddienstleistungen bereitzustellen. Anders verhält es sich im Hinblick auf eine mögliche Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen, die von einer Mehrheit der Menschen befürwortet wird. Hierzu gebe es einen Vorschlag des Nationalen Bargeldforums, zu prüfen, ob diese nach und nach aus dem Umlauf genommen werden sollten. Inzwischen handhaben das innerhalb der EU laut Bundesbank bereits sieben Länder so.
Bis Ende 2027 wird indes ein spezieller Service der Bank eingestellt: So sind Schecks als papiergebundenes Zahlungsmittel dann endgültig Geschichte.