Voigt kündigte an, seinen Doktortitel vorerst nicht weiter zu führen. In seiner Amtsführung habe er den Titel ohnehin nicht verwendet. Da die Klage gegen die TU-Entscheidung ein Widerspruchsverfahren sei, wäre er juristisch gesehen berechtigt, den Titel weiter zu führen. Das wolle er aus Respekt vor dem Verfahren nicht tun.
AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat den Ministerpräsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Voigt habe nicht nur seine Wähler getäuscht und die Würde der Universität Chemnitz beschädigt, sondern vor allem dem Land schweren Schaden zugefügt.
In der Geschichte Thüringens sei ein politischer Rücktritt „kaum je überfälliger“ gewesen als in diesem Fall, so Höcke. Voigt reagierte auf die Forderung mit den Worten, seine Arbeit als Ministerpräsident „ganz normal“ fortsetzen zu wollen.
Linke erinnert Voigt an seine Vorwürfe von einst
Der Thüringer Landesverband der Partei Die Linke nannte es „befremdlich“, dass Voigt die Erklärung in eigener Sache von der Staatskanzlei und damit mit öffentlichen Mitteln verbreiten ließ. Zur Sache selbst sagten die Landesvorsitzenden Katja Maurer und Ralf Plötner, Voigt müsse sich nach der Personaldebatte („Bestenauslese“) in der vergangenen Legislaturperiode nun an seinen eigenen Kriterien messen lassen. Damals hatte die CDU unter Fraktionschef Voigt der rot-rot-grünen Landesregierung vorgeworfen, bei der Besetzung von Spitzenposten das Prinzip der Bestenauslese nicht beachtet zu haben.
CDU-Fraktion stärkt ihrem Regierungschef den Rücken
Die CDU-Fraktion im Landtag bekannte sich unterdessen zu Voigt. Fraktionschef Andreas Bühl sagte, der Ministerpräsident habe das Land nach Jahren „politischer Schläfrigkeit“ wieder hochgefahren, Verantwortung übernommen, klare Prioritäten gesetzt und konsequent im Interesse der Menschen gehandelt. Die Fraktion stehe fest und geschlossen an seiner Seite.
„Plagiatsjäger“ hatte Voigt angezeigt
Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stephan Weber hatte sich im Sommer 2024 an die TU Chemnitz gewandt und Voigt wegen 140 vermeintlicher Plagiate in dessen Doktorarbeit angezeigt. Die TU begann daraufhin mit der Prüfung – noch im Dezember erklärte die Hochschule, die Untersuchung laufe noch. Der selbsternannte „Plagiatsjäger“ Weber machte sich in der Vergangenheit unter anderem dadurch einen Namen, dass er akademische Arbeiten von Prominenten und Politikern auf Plagiate prüfte.