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Dynamo Dresden will im Eiltempo von den Abstiegsplätzen. Nach zwei Auftaktsiegen im neuen Jahr kann Sonntag (13.30 Uhr) mit einem Dreier gegen Arminia Bielefeld der große Sprung gelingen. Neuzugang Ben Bobzien (22) dürfte dabei sein SGD-Debüt feiern, bringt genau die Geschwindigkeit im Angriff mit, die es für die Aufholjagd in der 2. Liga benötigt.

Die Leihgabe von Bundesligist Mainz sagt: „Ich mag es gern, links zu spielen, kann aber auch als zweiter Stürmer ran. Eigentlich ist das, was die Offensive betrifft, sehr unterschiedlich. Ich bin da sehr variabel.“

Fakt ist: Mit Bobzien hat der Stammplatz-Kampf vorn jetzt eine ganz andere Dimension. Nils Fröling (25/3 Tore), der bisher wild zwischen Top- und Flop-Momenten pendelte, muss sich jetzt straffen. Mehr Ballgewinne in der Defensive, mehr Durchsetzungsvermögen und bessere Abschluss-Aktionen werden nötig sein, um in der Startelf zu stehen.

Ben Bobzien bei seiner Unterschrift in Dresden am Freitag

Ben Bobzien bei seiner Unterschrift in Dresden am Freitag

Foto: SG DYNAMO DRESDEN

So meint SGD-Sportdirektor Sören Gonther (39) zu Bobzien: „Mit seinem Tempo und dem trickreichen Spiel hat sich Ben in den zurückliegenden Jahren stetig weiterentwickelt. Er kann auf beiden Flügeln oder auch mal in der Mitte spielen und hat eine gute Intensität gegen den Ball.“

Auch für Jakob Lemmer (25), der nach der Verpflichtung von Jason Ceka (26) zuletzt auf die linke Seite wechselte, wächst der Druck. Zwar legte Lemmer bei bisher fünf Toren ein ordentliches Premierenjahr im Bundesliga-Unterhaus hin, hatte allerdings auch seine Schwächephasen in der Hinrunde. Der Puls muss für den Klassenerhalt bei allen auf Anschlag.

Stammplatz-Druck und neue Taktikoptionen

„Mit Jason und Ben haben wir jetzt Spieler für die Zwischenräume und mit Nils Fröling und Jakob Lemmer Spieler für die Tiefe. Und damit vorne ein Top-Angebot. Das ist eine Konkurrenz-Situation, die jeden Einzelnen besser macht. Das ist am Ende das Schöne“, erklärt Gonther auch taktische Überlegungen hinter dem Einkauf.

Am wichtigsten: Bobzien kann auch als hängende Spitze hinter Vincent Vermeij (31) oder Christoph Daferner (28) ran. Die Gegner dürften deutlich mehr ins Grübeln kommen. Mehr Qualität, mehr Quantität, mehr Flexibilität. So verändert der Transfer Dynamo Dresden.

Was können die Fans denn von ihm erwarten? „Ich hoffe das ein oder andere Tor und ein schnelles Spiel nach vorne. Ja, einfach Spaß am Fußball zu haben“, antwortet Bobzien, der dank seiner drei Conference-League-Einsätze für Mainz diese Saison mehr Europapokal als Bundesliga spielte.

Hier war Bobzien mit Mainz in der Conference League gegen CS Universitatea Craiova am Ball.

Hier war Bobzien mit Mainz in der Conference League gegen CS Universitatea Craiova am Ball.

Foto: dpa

Außerdem gab’s ja noch folgenschwere 26 Minuten für ihn beim 1:0-Sieg in Dresden. „Das DFB-Pokal-Spiel war ein Punkt für den Wechsel. Als Dresden angefragt hatte, war ich sofort überzeugt und hatte richtig Bock, hier zu spielen. Ich kannte das Stadion, die Stimmung mit den Fans. Was sie hier erzeugen können, war unfassbar“, verrät der 1,76-Meter-Kicker.

Von den neuen Teamkollegen kennt er Robert Wagner von den deutschen U-Nationalmannschaften. „Wir waren früher Zimmerkollegen. Mit ihm verstehe ich mich sehr gut. Ich habe ihn ein bisschen ausgefragt über Dresden und den Verein.“

Wie Bobzien über Woltemade flachst

Genauso interessant sind seine Bekanntschaften der Vergangenheit. Als Bobzien sich in Klagenfurt letzte Saison mit neun Treffern in der österreichischen Bundesliga ins Blickfeld schoss, waren seine Trainer Ex-Dynamo Peter Pacult (66) und Ex-Bayern-Star Carsten Jancker (51).

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Nicht so lief es für ihn vor drei Jahren bei der Leihe nach Elversberg in der 3. Liga, wo er neben Nick Woltemade (23/jetzt Newcastle United) auflief. „Er würde mir noch antworten, wenn ich ihm schreiben würde“, flachst Ben Bobzien über seinen Draht zum Superstar. „Aber Tipps zum Toreschießen muss er mir keine geben.“ Selbstbewusstsein, das man braucht, um den Tabellenkeller der 2. Liga zu verlassen…