Er gilt als eines der größten Talente im deutschen Basketball! In der Easycredit Basketball-Bundesliga führte Jack Kayil gerade mit einem persönlichen Saisonrekord von 24 Punkten Alba Berlin zum 87:82-Sieg gegen Bamberg. So ließ sich der 20. Geburtstag am Dienstag dieser Woche ganz besonders gut feiern.

Foto: BILD

Heimsiege in Berlin sind für Kayil stets ein herausragendes Gefühl. „Ich vergleiche es damit, dass ich mit 12, 13 Jahren selbst unter den Zuschauern war, eine Dauerkarte hatte und die Mannschaft angefeuert habe“, sagt Kayil. „Und jetzt hat sich das Blatt gewendet. Das ist ein sehr schöner Gedanke.“

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Ein Rätsel, vor dem viele Fans stehen: Wie spricht man Kayils Nachnamen richtig aus? „Kah-Jiel“, sagt der Spielmacher. „Aber für mich ist das nicht wichtig. Ich habe schon alles gehört, vor allem von den Amerikanern. Ich fühle mich mit beiden Aussprachen wohl.“ Zur Herkunft des Namens stehen viele Theorien im Raum. „Laut Google gibt es türkische und arabische Hintergründe“, sagt Kayil. „Das habe ich auch schon oft gehört und bin es auch häufig gefragt worden. Aber nein. Mein Vater kommt aus Ghana. Ich bin hier geboren.“

In der Grundschule ging es für ihn durch einen Schulfreund zum Basketball. Der Gedanke, Profi zu werden, wuchs dann mit der Zeit: „Ich habe lange bei meinem Heimatverein TuS Neukölln gespielt, aber als ich dann mit 13 Jahren den Schritt zu Alba gewagt habe, habe ich etwas mehr darüber nachgedacht. Aber richtig das Potenzial gesehen, habe ich es auch erst später, in der JBBL.“ Dies ist die U16-Bundesliga, danach gewann er 2023 mit Alba die Meisterschaft in der NBBL (U19). 2023 dann der Wechsel zu Rasta Vechta in die zweite Mannschaft, 2024 zu KK Mega Basket in Serbien, wo unter anderem NBA-Superstar Nikola Jokić (30) seine Juniorenzeit verbrachte.

Brutalo-Foul an Jack Kayil: Schock-Moment um Albas Super-Talent

Quelle: DYN12.01.2026

Bei Alba ist Kayil nur für diese Saison. „Das war klar“, sagt Kayil. „Ich bin ja nur ausgeliehen, habe noch Vertrag in Serbien. Aber wo es danach hingeht, war nicht klar, ob College oder noch mal zurück nach Serbien. Wobei das eher weniger der Plan war.“ So geht es zur Saison 2026/27 nach Spokane im US-Bundesstaat Washington an die Gonzaga Universität. Die Privat-Uni mit rund 7000 Studierenden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch ihre Basketball-Abteilung einen Namen gemacht. Dort spielte früher Dream-Team-Legende John Stockton (63). Aktuelle NBA-Profis, die von dort stammen, sind unter anderem Orlandos Jalen Suggs (24), Sacramentos Domantas Sabonis (29) und Oklahoma City Chet Holmgren (23). „Wo es genau liegt, wusste ich auch nicht“, sagt Kayil. „Ich kannte es aber vom Namen.“

Die Universität soll das Sprungbrett in die NBA werden. Es ist das Modell Franz Wagner (24), der von Alba an die Universität von Michigan ging und dann von Orlando in die beste Basketball-Liga der Welt geholt wurde: „Es ist gut zu sehen, dass es funktioniert“, sagt Kayil. „Dadurch weiß ich: Es ist möglich, es gibt Wege. Und mein Weg ist höchstwahrscheinlich ähnlich. Das stärkt auf jeden Fall den Glauben daran, dass es klappen kann. Zumal die Wagner-Brüder ein ähnliches Umfeld hatten: Alba, Familie, die Stadt Berlin. Ich habe tolle Freunde hier, ich bin froh, dass ich hier aufgewachsen bin. Das hat mich auch weitergebracht. Aber ich würde trotzdem nicht sagen, dass ich genau denselben Weg gehen will.“

Berlins Top-Youngster Jack Kayil: Von Alba in die NBA?

Noch gibt es keinen großen Kontakt zu Wagner. „Aber vielleicht kommt das ja noch“, sagt der Spielmacher. „Denn ich kann mir auf jeden Fall gut vorstellen, dass ich mir noch einigen Rat von ihm abholen werde.“ Wagner blieb zwei Jahre an der Uni, Bruder Moritz (28) drei. Kayil wird in der NBA hoch gehandelt, gilt als potentieller First-Round Draft Pick. Er weiß aber noch nicht, wie schnell er in die beste Liga der Welt wechseln wird. „Ich bin da eher im Hier und Jetzt. Ich kann es eh nicht beeinflussen, außer mein Bestes zu geben und schauen, was dabei rauskommt.“ Bei Alba wird er immer besser und trägt mehr Verantwortung: „Wir haben letzten Sommer jede Woche einen neuen Spieler dazu bekommen, mussten jede Woche alles noch mal wiederholen. Ich fühle mich auf jeden Fall auch viel besser, selbstbewusster und viel besser angekommen.“

Starkes Berliner Spielmacher-Duo: Jack Kayil und Martin Hermannsson (l.)

Starkes Berliner Spielmacher-Duo: Jack Kayil und Martin Hermannsson (l.)

Foto: IMAGO/Contrast

Kayil ist deutlich mehr gefragt, seit im Oktober Aufbauspieler Boogie Ellis (25) nach nur sechs Einsätzen Alba bereits verließ und zu Dubai Basketball wechselte. Davon habe er profitiert, sagt Kayil und ergänzt: „Mir wurde damit auch gesagt, dass man mir vertraut. Und ich glaube, der Klub ist auch relativ zufrieden damit, wie ich es mache. Klar, besser geht immer.“ Aktuell erzielt er im Schnitt 12,4 Punkte und gibt 3,7 Vorlagen pro Bundesliga-Partie. Damit ist er hinter Kapitän Martin Hermannsson (31), der 12,9 Zähler macht, der zweitbeste Punktesammler im Berliner Team.

Seine Stärke ist die Gelassenheit, die ungewöhnlich für sein Alter ist: „Ich bin so erzogen, dass ich mir keine Sorgen machen soll“, erklärt Kayil. „Dass ich Fehler machen kann. Das sagen mir meine Eltern, meine Trainer, meine Mitspieler. Ich glaube aber nicht, dass man das lernen kann. Das hat sehr viel damit zu tun, wie man aufwächst, wer um dich herum ist. Da kann ich mich sehr glücklich schätzen, dass ich tolle Menschen um mich herum habe.“

Für die Zukunft ist er auch ein Kandidat für die Nationalmannschaft: Vier Einsätze hat er bereits, debütierte am 22. November 2024 gegen Schweden (72:73). Im Moment spielt noch Kapitän Dennis Schröder (32) auf seiner Position. Kayil selbstbewusst: „Ich bin immer ready und freue mich auf die nächsten Jahre.“