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Die deutschen Handballer haben bei der EM ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Dennoch schickt Torhüter Andreas Wolff eine Warnung an seine Teamkollegen.
Herning – Losglück? Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der aktuell laufenden Europameisterschaft eine Sache nicht hat, dann sind es definitiv die einfachen Gegner. Nach überstandener Vorrunde hatten die DHB-Stars mit einem Sieg gegen Portugal (32:30) losgelegt, wenig später feierten sie auch gegen Norwegen einen wichtigen Erfolg. Beim 30:28 hielt Torhüter Andreas Wolff überragend. Der Keeper legt jetzt seinen Finger in die Wunde.
Andreas Wolff ist bei dieser EM in absoluter Topform. © IMAGO/Gerhard Koffler
Der 34-Jährige zauberte unglaubliche 22 Paraden aus dem Hut, die Kritiken nach der Partie überschlugen sich. Der Routinier wurde völlig verdient zum Spieler des Spiels ausgezeichnet. Doch anstatt sich im Erfolg zu sonnen, kritisierte Wolff die eigenen Mitspieler. Der Grund: Am Montag (26. Januar, alle TV-Infos hier) müssen er und seine Teamkollegen gegen die beste Mannschaft der Welt aus Dänemark bestehen.
Handball-Star Andreas Wolff holt trotz Sieg über Norwegen zu Kritik aus
Im ZDF warnte der Torhüter: „Jetzt kommen zwei der drei besten Mannschaften der Welt. Da müssen wir insbesondere im Angriff eine Schippe drauflegen, weil die Dänen werden solche Fehler nicht ungestraft lassen. Man kann den Dänen nur auf eine Art Paroli bieten: wenn du hinten richtig hart bist und vorne konsequent und eiskalt.“ Sollte gegen Dänemark gewonnen werden, wäre das Halbfinale bereits erreicht.
Eine absolute Herkulesaufgabe, denn der Erste der Weltrangliste gilt nahezu als unschlagbar. Der letzte Gegner in der Hauptrunde liest sich mit Frankreich kaum einfacher. Wolff hat erkannt: Seine Mannschaft wird es schwer haben, wenn wie gegen Norwegen nur 45 Prozent der Abschlüsse im gegnerischen Tor landen. Er selbst parierte unfassbare 44 Prozent der gegnerischen Möglichkeiten.
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Schon während der Partie wirkte Wolff teilweise angefressen, erklärte anschließend auch, warum. „Man hat gesehen, dass die eine oder andere Szene mich nicht begeistert hat – Thema Abpraller. Das zieht sich auch durch das Turnier. Hier und da fehlt einfach ein bisschen Cleverness, vorne wie hinten.“ Er unterstreicht: Diese Leistung wird gegen Dänemark keinesfalls reichen.
„Wir müssen ein ganz anderes Gesicht zeigen. Wir müssen jetzt schon anfangen mit der Vorbereitung auf dieses Spiel, weil das ist die beste Mannschaft – vielleicht in der Geschichte.“ Wolff weiß: So schön seine irre Paraden-Show auch war, darauf allein sollte sich das deutsche Team am Montag, den 26. Januar, nicht verlassen. Sonst droht ein Ergebnis, das für unbändigen Druck sorgt. (is)