Brisanter Prozess in Dresden

Zschäpe soll gegen mutmaßliche NSU-Vertraute aussagen

29.01.2026 – 06:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Beate Zschäpe (Archivbild): Die verurteilte Rechtsterroristin muss heute vor Gericht erscheinen.Vergrößern des Bildes

Beate Zschäpe (Archivbild): Die verurteilte Rechtsterroristin muss am Donnerstag vor Gericht erscheinen. (Quelle: Tobias Hase/dpa)

Befragung in Dresden: Die NSU-Terroristin Beate Zschäpe setzt ihre Aussage fort. Was sie über ihre mutmaßliche Vertraute verrät, ist brisant.

Die NSU-Terroristin Beate Zschäpe ist heute (9 Uhr) erneut als Zeugin vor dem Oberlandesgericht Dresden geladen. Sie soll ihre Aussage gegen ihre mutmaßliche Vertraute Susann E. fortsetzen, nachdem die Befragung bei den ersten beiden Terminen im Dezember nicht abgeschlossen werden konnte.

Die Bundesanwaltschaft wirft Susann E., Ehefrau des bereits verurteilten NSU-Unterstützers André E., unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Sie soll dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) geholfen haben, etwa indem sie Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und ihre Personalien zur Verfügung gestellt haben soll.

Zudem war die E. laut Anklage an der Abholung eines Wohnmobils beteiligt, das der sogenannte NSU am 4. November 2011 bei seinem letzten Raubüberfall in Eisenach verwendete. Seit spätestens Anfang 2007 soll Susann E. von den rassistisch motivierten Morden des NSU gewusst haben. Das Oberlandesgericht Dresden hat weitere Verhandlungstermine bis Mitte Juni angesetzt.

Die Neonazi-Terrorzelle NSU bestand aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Ab dem Jahr 2000 verübten sie über mehrere Jahre hinweg unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verletzten zudem Dutzende Menschen bei zwei Bombenanschlägen in Köln. Die beiden töteten sich 2011 in Eisenach, um ihrer Festnahme zu entgehen. Erst dann flog der NSU auf.

Zschäpe verurteilten die Richter des Oberlandesgerichts München 2018 nach gut fünf Jahren Prozessdauer zu lebenslanger Haft. Der Ehemann der jetzt Angeklagten, André E., war einer von vier weiteren Mitangeklagten in jenem Prozess. Er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.