
Spannender hätte es Benfica nicht machen können. Zunächst wusste das Team nicht, dass es noch einen Treffer benötigte. Dann köpfte der Torwart die Mannschaft von José Mourinho ins Glück am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase.
Anatoliy Trubin, 24, hat eine der besten Geschichten geliefert, die von der Champions League in den vergangenen Jahren geschrieben wurden. Der ukrainische Torwart sprintete für die absehbar letzte Aktion des Spiel nach vorne. Es gab in der achten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß für Benfica, das mit 3:2 gegen Real Madrid führte.
Wenige Sekunden vorher wusste die Mannschaft offenbar nicht, dass sie noch einen Treffer benötigte, um in der Tabelle auf den 24. Platz zu klettern, der in die Zwischenrunde führt.
Die Verwirrung wurde klar, als ein Verteidiger die Fäuste ballte, weil Trubin den Ball – noch im eigenen Tor – in die Hände nahm.
Mourinho, Spieler, Fans – alle flippen aus
Niemand in den roten Trikots oder dem gelben Torwarttrikot machte Anstalten, sich zu beeilen. Dann aber ging Benfica im Estádio da Luz doch noch ein Licht auf.
Es wurde hektisch, ein Tor musste her, Trubin eilte mit nach vorne. Der Freistoß landete präzise auf seinem Kopf, der Ball anschließend im Netz. Trainer José Mourinho, einst unter anderem sehr erfolgreich bei Real Madrid tätig, mittlerweile aber bei Benfica, flippte aus, die Spieler flippten aus, die Fans flippten aus.
Ekstase, auch bei José Mourinho
Vielleicht nochmal gegen Real
Benfica erreichte als 24. der Tabelle auf den letzten Drücker noch die Zwischenrunde und könnte dort wieder auf Real treffen.
Madrid hätte einen Treffer zum Ausgleich benötigt, um als eine der besten acht Mannschaften direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Aber die „Königlichen“ kassierten nicht nur ein Tor des gegnerischen Torwarts, sie waren im entscheidenden Moment auch mit zwei Spielern weniger auf dem Platz. Kurz zuvor hatte Rodrygo als zweiter Spieler Reals nach Raúl Asencio die Gelb-Rote Karte gesehen. Er hatte Trubin den Ball aus der Hand geschossen.