Neuneinhalb Jahre Haft
Mord wegen Liebesbeziehung – Jugendlicher sticht 27 Mal zu
29.01.2026 – 05:59 UhrLesedauer: 1 Min.
„Strafjustizzentrum Nürnberg“ steht am Eingangsbereich des Landgerichts Nürnberg-Fürth (Archivbild): Das Gericht sah die Tat als erwiesen an. (Quelle: Daniel Karmann/dpa)
Grausame Tat in Nürnberg: Ein 15-Jähriger ersticht einen schlafenden 19-Jährigen mit 27 Messerstichen. Das Motiv: Angst um die eigene Beziehung zu seiner Freundin.
Mit 27 Messerstichen tötete ein damals 15-Jähriger im April vergangenen Jahres den schlafenden Bruder seiner Freundin. Nun hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Jugendlichen wegen Mordes und versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt – nur knapp unter der gesetzlich vorgegebenen Höchststrafe von zehn Jahren.
Die Jugendkammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den 19-Jährigen im Schlaf überraschte und erstach. Auf die durch die Schreie des Mannes aufgewachte Freundin des Opfers stach der 15-Jährige ebenfalls ein und verletzte sie erheblich. Die damals 14-Jährige lag nach dem Angriff im Koma und wurde wochenlang intensivmedizinisch betreut, wie das Gericht mitteilte. Sie leide bis heute an den damals erlittenen Verletzungen.
Der Jugendliche hatte die Tat vor Gericht gestanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche können Rechtsmittel dagegen eingelegt werden.
Die zur Tatzeit 13 Jahre alte Freundin des Angreifers leistete nach Überzeugung des Gerichtes Beihilfe zu der Tat. Sie hatte die Tür zugehalten, als die Verletzte Hilfe holen wollte. Allerdings war das Mädchen zum Zeitpunkt der Tat noch nicht strafmündig und bleibt daher straffrei.
Hintergrund der Tat sei die Vorstellung des Jugendlichen und seiner Freundin gewesen, im Falle des Todes der Familienangehörigen ihre eigene Liebesbeziehung ungestört leben zu können. Sie hätten Bedenken gehabt, dass die Familienmitglieder die Beziehung der beiden Jugendlichen zueinander nicht gutheißen würden.
