Die ICE-Neubaustrecke zwischen Ulm und Augsburg rückt näher. Am heutigen Donnerstag gibt das Bundesverkehrsministerium die Pläne an das Parlament in Berlin weiter. Hier soll noch in diesem Frühjahr entschieden werden, ob die neue Bahnstrecke für Fernzüge gebaut wird.

Das Eisenbahnbundesamt hat bereits grünes Licht gegeben, wie der Neusässer CSU-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz mitteilt. In den nächsten Wochen werden die Pläne im Verkehrsausschuss und im Haushaltsausschuss des Bundestags beraten. Durz geht davon aus, dass die Entscheidung nicht mehr im Februar getroffen wird.

Darüber wird jetzt in Berlin entschieden

Es geht um ein Milliardenprojekt: Zwischen Ulm und Augsburg sollen zwei neue Gleise für den Fern- und Güterverkehr verlegt werden, auf denen ICE, TGV und Co. mit bis zu 265 Kilometern pro Stunde unterwegs sein könnten. Maximal 26 Minuten soll es dann noch dauern, von Ulm nach Augsburg zu kommen. Gut 50 Prozent der Fernstrecke führen durch Tunnel oder Tröge – also Tunnel ohne Deckel. Steigungen und Kurven sind so geplant, dass auch Güterzüge die Route nutzen können. Im Landkreis Augsburg würde die Fernstrecke größtenteils nahe an der Autobahn A8 verlaufen.

Das Eisenbahnbundesamt hat für die Neubaustrecke bereits grünes Licht gegeben. Dazu gehört auch, dass bei Zusmarshausen auf Höhe der A8 ein Überholbahnhof so eingeplant ist, dass hier die Voraussetzungen für einen Bahnhalt für den Regionalverkehr gegeben sind. Die Pläne für den Regionalhalt in Zusmarshausen sind also noch nicht vom Tisch. Ob an dieser Stelle später tatsächlich ein Bahnhalt entsteht, entscheidet der Freistaat Bayern. Ein Bahnhof in Zusmarshausen würde es Fahrgästen ermöglichen, in zwölf bis 14 Minuten von Zusmarshausen nach Augsburg zu fahren.

Warum soll eine neue Bahnstrecke gebaut werden?

Bislang gilt die etwa 170 Jahre alte Bahnverbindung zwischen den beiden schwäbischen Städten Augsburg und Ulm als Nadelöhr auf der „Magistrale für Europa“, die Paris mit Bratislava verbindet. Sie gehört zu den besonders stark befahrenen Bahnstrecken in Süddeutschland. Für die Geschwindigkeiten der heutigen Fernzüge ist diese Bestandsstrecke nicht ausgelegt. Geplant ist deshalb, den Fernverkehr auf neue Gleise nahe der A8 zu setzen und den Regionalverkehr auf den heute schon genutzten Schienen zwischen Ulm und Augsburg fahren zu lassen. Die Region erhofft sich davon unter anderem einen besseren Nahverkehr. 2034 soll die Bestandsstrecke generalsaniert werden. Das heißt: Sie wird für fünf Monate komplett gesperrt und erneuert.

  • Katja Röderer

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