Schauburg, Bundesstart: Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke - in der SchauburgAch, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke – in der Schauburg

Die Geschichte folgt dem 20-jährigen Joachim (Bruno Alexander), der unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen wird. Statt in eine WG zieht er in die Villa seiner Großeltern. Dieser Umzug ist der Beginn eines absurden Paralleluniversums. Auf der einen Seite ist Joachim dem gelegentlich selbstzerstörerischen Wahnsinn der Schauspielausbildung ausgesetzt, einer Ausbildung, die emotionale Authentizität einfordert. Für Joachim eine nahezu unlösbare Aufgabe, hat er doch mit einem schrecklichen, noch völlig unverarbeiteten Verlust zu kämpfen.

Auf der anderen Seite lauert die scheinbar bürgerliche und gleichzeitig exzentrische Normalität der Großeltern, deren Alltag von meist alkoholgetränkten Ritualen, grandiosen Anekdoten und subtiler Lebensphilosophie geprägt ist. Gelegentlich wirkt das tröstlich. Zwischen diesen skurrilen Welten pendelnd, sucht Joachim latent verzweifelt nach seiner Rolle, versucht, seinen Platz zu finden und seine innere Lücke auszuhalten.

Thalia: Lesbian Space Princess
Lesbian Space Princess – im Thalia

Die introvertierte Prinzessin Saira, Tochter der lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört: Die heiße Kopfgeldjägerin Kiki hat aus Langeweile mit ihr Schluss gemacht. Dabei hat Saira ihr ein so schönes Beziehungsalbum gebastelt! Doch als Kiki von den Straight White Maliens entführt wird, den Incels der Zukunft, muss Saira den Safe Space des queeren Weltraums verlassen und sie binnen 24 Stunden freikaufen: Die Maliens fordern nämlich die berühmte königliche Labrys, eine goldene Doppelaxt von schier unglaublicher lesbischer Macht. Das einzige Problem… Saira hat sie nicht.

Schauburg: Bundesstart: Woodwalkers 2
Woodwalkers

Mit Woodwalkers 2 kehrt Katja Brandis’ erfolgreiche Gestaltwandler Saga mit noch mehr Abenteuer und Gefühl ins Kino zurück. Carag, Holly, Brandon und Lou erleben ein neues Schuljahr an der Clearwater High, das alles verändert. Der Wald rund um das Internat ist bedroht und mit ihm das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur.

Unterstützung verspricht die rätselhafte Schneewölfin Tikaani, doch ihre wahren Absichten bleiben ungewiss. Gedreht vor alpiner Kulisse verbindet der Film Fantasy, Spannung und eine starke ökologische Botschaft. Ein mitreißender Jugendfilm, der Herz und Haltung zeigt.

Thalia: Silent Friend
Silent Friend – im Thalia

Die Geschichte spielt über mehrere Jahrzehnte hinweg an ein und demselben Ort, dem Botanischen Garten der Universitätsstadt Marburg in Deutschland. Dort versucht ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung Chiu-wai) im Jahr 2020 mit Experimenten herauszufinden, ob ein alter Ginkgobaum Erinnerungen hat. Schon im Jahr 1972 hatte die Studentin Gundula (Marlene Burow) an dieser Uni ähnliche Ambitionen. Dabei lernte sie auch Hannes (Enzo Brumm) kennen und lieben. Als erste Studentin hat sich Grete (Luna Wedler) 1908 an der Universität eingeschrieben und widmet sich ebenfalls der Biologie. Die drei Geschichten sind dabei narrativ nur lose und vor allem durch den Ort verbunden, aber poetisch und emotional spielen sie sich viele Bälle zu. Der titelgebende Silent Friend, der über hundert Jahre alt Baum, ist Dreh- und Angelpunkt der einzelnen Geschichten.

Auch wenn man sie auf emotionaler Ebene als Einheit sehen kann, unterscheiden sich die Geschichten optisch stark voneinander. Die Geschichte aus der Gegenwart ist digital aufgenommen, die 70er wurden auf 16mm eingefangen und die Geschichte vom Anfang des Jahrhunderts wurde auf monochromem 32mm-Film gedreht.

Schauburg: Hamnet
Hamnet – in der Schauburg

William Shakespeare ist untrennbar mit den großen Dramen der Weltliteratur verbunden, doch was sieht man, wenn man auf die Frau blickt, die hinter dem Schöpfer stand? Der Film zeigt die Perspektive von Agnes Hathaway (Jessie Buckley), Shakespeares empfindsamer Ehefrau. Ausgangspunkt ihrer Erzählung ist die tiefe, fast naturverbundene Darstellung ihrer frühen Liebe. Agnes und der junge, aufstrebende Barde (Paul Mescal) planen ein gemeinsames Leben, das durch die unaufhaltsame Gravitation seines Talents bald ins Getriebe Londons gerät.

Die Geschichte einer großen Liebe droht aber nicht an den äußeren Umständen, sondern an einem zutiefst persönlichen Schicksal zu zerbrechen. Als der einzige Sohn des Paares, der elfjährige Hamnet, der Pest zum Opfer fällt, zerbricht das Leben der Familie. Die Trauer ist so groß, dass die Beziehung daran zu zerbrechen droht.

Thalia: Der Fremde
Der Fremde – im Thalia

Algier, 1938. Meursault (Benjamin Voisin), ein ruhiger, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil und beginnt kurz danach eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie (Rebecca Marder). Sein gleichförmiger Alltag wird von einem Nachbarn gestört, der Meursault in zwielichtige Situationen hineinzieht…

Im Zentrum steht Meursaults Indifferenz gegenüber gesellschaftlichen Ritualen und menschlichen Bindungen. Vom Tod seiner Mutter über deren Beerdigung und die darauf folgenden Tage bis hin zu einem schicksalhaften Ereignis am Strand von Algier verfolgt der Film Meursaults Reaktionen – weniger das Geschehen selbst als seine Wahrnehmung davon, seine Distanziertheit und existentielle Gleichgültigkeit. Die Geliebte Marie (Rebecca Marder) fungiert als Kontrastfolie, während Rückblenden die Abfolge der Ereignisse strukturieren und Meursaults Perspektive betonen.

Neustadt-Kinotipps ab 29. Januar: Freikarten

  • Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte in dem Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
  • Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com