Erholung nach Schlaganfall
Diese einfache Maßnahme könnte die Genesung fördern
29.01.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 4 Min.
Emotionale Unterstützung: Nach einem Schlaganfall spielt sie offenbar eine besondere Rolle. (Quelle: Ridofranz/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wer einen Schlaganfall überlebt, ist danach oft länger auf Fürsorge angewiesen. Eine neue Studie zeigt, was die pflegende Person idealerweise tun sollte.
Ein Schlaganfall zieht in vielen Fällen dauerhafte Beschwerden nach sich. Je nach Schwere des Anfalls können die Folgen so gravierend sein, dass die Betroffenen nicht in ihr ursprüngliches Leben zurückkehren können: In den ersten Monaten benötigt rund ein Drittel von ihnen pflegerische Versorgung. Etwa 40 bis 50 von 100 Patienten tragen Behinderungen davon, deretwegen sie dauerhaft auf Unterstützung im Alltag angewiesen sind.
Wie gut sich die Überlebenden erholen, hängt jedoch nicht nur von der Schwere des Schlaganfalls ab. Eine neue Studie legt nahe, dass hierbei auch die Psyche eine wichtige Rolle spielt: Betroffene, die mit nahestehenden Personen über ihre mit der Erkrankung zusammenhängenden Gefühle sprechen können, genesen möglicherweise besser als diejenigen, denen ein solcher Austausch fehlt.
Die Forscher begleiteten den Heilungsverlauf von 763 Frauen und Männern, die kurz zuvor einen leichten bis mittelschweren Schlaganfall erlitten hatten. Bei ihnen handelte es sich um Teilnehmer der STRONG-Studie, einer großangelegten Untersuchung, die zwischen 2016 und 2021 an 28 Kliniken in den USA durchgeführt wurde. Die Abkürzung steht für „Stroke, sTress, RehabilitatiON, and Genetics“, also Schlaganfall, Stress, Rehabilitation und Genetik. Im Mittelpunkt stand nämlich die Frage, welche Faktoren die Erholung im ersten Jahr nach einem Schlaganfall beeinflussen.
Das Team untersuchte die Patienten erstmals während des Krankenhausaufenthalts sowie erneut nach drei, sechs und zwölf Monaten. Nach einem Jahr bewerteten sie den Grad der körperlichen Selbstständigkeit mithilfe der modifizierten Rankin-Skala, einem etablierten Instrument zur Erfassung des Behinderungsgrades nach einem Schlaganfall. Die geistige Leistungsfähigkeit prüften sie mithilfe eines telefonisch durchgeführten Tests, der unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache misst.
Darüber hinaus interessierte die Forscher, wie stark sich die Betroffenen sozial eingebunden fühlten: Bei allen Nachuntersuchungen wurden diese gefragt, wie oft sie sich einsam fühlten. Zusätzlich sollten sie angeben, inwieweit sie sich in Gesprächen über ihre Sorgen eingeschränkt fühlten.
Konkret sollten die Teilnehmer drei Monate nach Abschluss der ersten Heilungsphase zunächst eine Person benennen, auf die sie sich besonders verlassen konnten – etwa ein Familienmitglied, das sich um sie kümmerte. Anschließend gaben sie an, wie häufig sie diese Bezugsperson als offen und empfänglich für Gespräche über ihre Gefühle im Zusammenhang mit dem Schlaganfall erlebten.
Den Forschern ging es dabei nicht um die theoretische Möglichkeit, über Emotionen zu sprechen, sondern um die subjektiv wahrgenommene Bereitschaft der Bezugsperson. Fühlten sich die Betroffenen frei, ihr Empfinden zu thematisieren, etwa Ängste vor weiteren gesundheitlichen Problemen? Oder hatten sie den Eindruck, ihr Gegenüber damit zu überfordern oder zu belasten?
Sich anderen anzuvertrauen, könnte helfen
Bei der Auswertung berücksichtigte das Forschungsteam unter anderem Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Schwere des Schlaganfalls sowie das Stressniveau in den ersten Tagen nach dem Ereignis. Anschließend analysierten sie, ob stärkere soziale Einschränkungen drei Monate nach dem Schlaganfall mit mehr Einsamkeit und einer schlechteren körperlichen und geistigen Erholung nach einem Jahr zusammenhingen.
