NDR äußert Bedauern

Deutscher Komiker löst Eklat in Grönland aus

Aktualisiert am 29.01.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 2 Min.

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Deutscher TV-Comedian will US-Flagge in Grönland hissen (Quelle: t-online)

Donald Trump träumt davon, die US-Flagge in Grönland wehen zu sehen. Ein deutscher Comedian ist ihm zuvorgekommen. Die Reaktion der Einheimischen fällt harsch aus.

Das fanden die Grönländer gar nicht lustig: Der deutsche Kabarettist und TV-Moderator Maxi Schafroth, der auch für die NDR-Satiresendung Extra 3 arbeitet, hat nach Informationen von t-online am Mittwoch versucht, eine US-Flagge vor dem Kulturzentrum in der grönländischen Hauptstadt Nuuk zu hissen.

Mitarbeiter des Kulturzentrums hinderten ihn daran. Der grönländische Aktivist Orla Joelsen postete ein Video, das die Aktion zeigen soll. Er schrieb dazu: „Wenn Sie unsere Werte nicht respektieren, warum sind Sie dann in Nuuk?! Schande über Dich, du Narr!“

Wenig später ergänzte er in einem weiteren Post: „Es handelte sich um einen deutschen Komiker – aus der deutschen Satire-Fernsehsendung Extra 3 –, der versuchte, witzig zu sein, indem er sich als Vertreter der US-Regierung ausgab.“ Er sei bei der Polizei angezeigt worden, so Joelsen weiter. Die Aufnahmen zeigen, wie die Aktion von einem Kameramann gefilmt wurde.

Der Norddeutsche Rundfunk, der die Sendung „Extra 3“ produziert, bestätigte auf Anfrage von t-online den Vorfall: Die Satire-Redaktion „Extra 3“ habe in der grönländischen Hauptstadt einen satirischen Film gedreht: „Dabei hat ein Mitglied des Teams vorgegeben, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen. Dafür wurde vor Ort ein Bußgeld verhängt.“

Die NDR-Sprecherin weiter: „Zu keinem Zeitpunkt sollte während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer. Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.“

Laut einer Augenzeugin soll sich Schafroth in der Tat als ein Vertreter der US-Regierung ausgegeben haben. „Er hat Angst bekommen, als er sah, wie groß der Gegenwind war“, sagte die Augenzeugin t-online. Er habe den Platz deshalb schnell verlassen. „Er hat eine Menge Chaos verursacht, gerade in der angespannten politischen Situation.“ Viele Menschen könnten nun denken, dass es sich tatsächlich um einen Vertreter der US-Regierung gehandelt habe, sagte sie.

Schon zuvor war Schafroth mit einer ähnlichen Aktion aufgefallen. Am Dienstag hatte er nach Informationen von t-online am Flughafen Nuuk, kurz nach seiner Landung aus Kopenhagen, auf Englisch verkündet: Donald Trump sei gelandet und die Grönländer hätten ihm zugejubelt. Tatsächlich hatte es Jubel auf dem Flughafenareal gegeben; er galt aber einer grönländischen Futsal-Mannschaft, die von einem Turnier in Kroatien zurückgekehrt war. Futsal ist die offizielle Hallenfußballvariante der Fifa.