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Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana gibt es neue Ermittlungen. Ein ehemliger Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde wird verdächtigt.
Crans-Montana – Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana haben eine neue Wendung genommen. Fast einen Monat nach dem verheerenden Feuer in der Bar „Le Constellation“, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen, hat die Walliser Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen ausgeweitet. Der Schweizer Sender RTS berichtet, dass nun auch ein Strafverfahren gegen einen ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde eingeleitet wurde.
Nach dem Brand in der Schweizer Bar sind weiterhin viele Fragen offen. © Marco Alpozzi/picture alliance/dpa
Der Beschuldigte, ein früherer Mitarbeiter der Gemeinde Crans-Montana, hatte mehrere Sicherheitsüberprüfungen in der betroffenen Bar durchgeführt. Sein Anwalt, David Aoutz, bestätigte die Ermittlungen gegenüber dem Sender. Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu dem neuen Verfahren geäußert. Der Beschuldigte soll am 9. Februar erstmals befragt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wer trägt Schuld am Brand? Gemeinde Crans-Montana räumte bereits Verfehlungen ein
Die Gemeinde Crans-Montana hatte bereits fünf Tage nach der Katastrophe zugegeben, dass seit 2019 keine jährlichen Brandschutzkontrollen mehr durchgeführt wurden. Gemeindepräsident Nicolas Féraud gestand damals: „Wie es dazu kommen konnte, ist unerklärlich“. Das neue Strafverfahren soll klären, ob der Mann aufgrund dieser Versäumnisse strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann.
Bisher richteten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausschließlich gegen das Betreiberpaar der Bar „Le Constellation“, Jacques und Jessica Moretti. Die beiden französischen Staatsbürger stehen unter Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst. Jacques Moretti war zeitweise in Haft, wurde jedoch gegen eine hohe Kaution freigelassen. Beide befinden sich derzeit auf freiem Fuß.
Decke des „Le Constellation“ geriet in Brand: Wurden Vorschriften eingehalten?
In der Neujahrsnacht brach in der Bar „Le Constellation“ ein verheerendes Feuer aus. Nach bisherigen Erkenntnissen entzündeten Sprühfontänen an Champagnerflaschen die brennbare Deckenverkleidung. Dabei kamen 40 Menschen ums Leben, und 116 weitere wurden verletzt, wie web.de berichtet.
Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, ob die Bar die Brandschutzvorschriften eingehalten hat. Medienberichten zufolge hatte der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde die Betreiber bereits 2018 im Rahmen einer Brandschutzkontrolle angewiesen, die Kapazität auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen. Eine weitere Kontrolle fand jedoch nie statt. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Unglücks tatsächlich in der Bar aufhielten, bleibt weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Auch die Staatsanwaltschaft war wegen verschiedener Fehltritte zeitweise in die Kritik geraten. (Verwendete Quellen: RTS, dpa) (moe)