Der Moment, auf den ganz Handball-Deutschland gehofft hat, ist da: HALBFINALE! Und jetzt wird es pikant. Im Kampf um das Finale wartet ausgerechnet Kroatien – mit Dagur Sigurdsson (52), dem deutschen Titel-Trainer von 2016, an der Seitenlinie. Die DHB-Auswahl hat den zweiten Halbfinal-Matchball genutzt und steht nach der Heim-EM 2024 wieder unter den letzten vier. Am Freitag (17.45 Uhr, ARD und Dyn live) geht es in der Jyske Bank Boxen in Herning um den Finaleinzug.

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Bundestrainer Alfred Gíslason (66) war nach dem Einzug erleichtert: „Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben. Das war eine herausragende Leistung.“ Vor zwei Jahren endete der Traum im Halbfinale von Köln (26:29 gegen Dänemark). Diesmal soll es weitergehen – Richtung Finale, Richtung Medaille.

Besonders: Erstmals treffen beide Nationen bei einem großen Turnier im Halbfinale aufeinander. Auf der Bank kommt es zum Island-Duell: Gíslason gegen Sigurdsson, zwei Landsleute, die sich seit Jahrzehnten kennen.

Sigurdsson ist seit 2024 kroatischer Nationaltrainer

Sigurdsson ist seit 2024 kroatischer Nationaltrainer

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Sigurdsson prägte beim DHB das Projekt „Bad Boys“. Vor der EM 2016 formte er aus einer als zu brav geltenden Mannschaft ein kantiges Team, angelehnt an die Detroit Pistons aus der NBA. Seine Begründung: „Da die Mannschaft damals keinen wirklichen Star hatte, fast die Hälfte aller Spiele verlor – und insgesamt zu brav war. Deswegen waren Selbstvertrauen und Standing nicht mehr da.“ Der Kurs führte zum EM-Titel und später zu Olympia-Bronze.

Drei Europameister von 2016 stehen auch jetzt wieder im deutschen Kader: Andreas Wolff (34), Rune Dahmke (32) und Jannik Kohlbacher (30).

„Ich hab Gänsehaut“: DAS sagen unsere DHB-Stars zum Halbfinale

Quelle: SID, BILD29.01.2026

Sportlich bleibt der Gegner ein Problem. Seit 2019 hat Deutschland kein Pflichtspiel mehr gegen den Weltmeister von 2003 gewonnen, vier Duelle gingen verloren. Hoffnung machen die jüngsten Tests: In der EM-Vorbereitung gab es zwei Siege – 32:29 in Zagreb und 33:27 in Hannover. Wolff ordnet ein: „Das sagt vor einem Halbfinale gar nichts aus. Die Kroaten zehren von ihrem Automatismus. Sie standen im letzten Jahr im Finale der Weltmeisterschaft und haben auch bei diesem Turnier gezeigt, dass sie zu Großem in der Lage ist. Sie haben eine schwierige Ausgangslage nach der klaren Niederlage gegen Schweden gemeistert und haben die Gruppe gewonnen. Kroatien steht absolut zu Recht im Halbfinale und sie sind immer dann am besten, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen.“

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Das Turnier verlief für Kroatien wechselhaft. Nach Startproblemen folgte eine starke Hauptrunde mit vier Siegen. Sigurdsson: „Ich freue mich sehr für den Verband, für die Menschen in Kroatien und für die Spieler, sie haben es verdient. Es ist eine kämpferische Mannschaft mit einem guten Teamgeist, daher ist das nach harter Arbeit ein gutes Ergebnis. Man kann sehr hart arbeiten und es zahlt sich nicht immer aus, aber es ist schön, wenn es doch klappt.“

Auch das isländische Halbfinale beschäftigt Gíslason. Neben Sigurdsson steht mit Snorri Gudjonsson (44) ein dritter Isländer unter den letzten vier. Er trainiert das Heimatland der drei Trainer, trifft am Freitag um 20.30 Uhr auf Dänemark. Gíslason: „Ich freue mich riesig, dass meine Landsleute auch im Halbfinale sind. Die beiden Trainer bei Island sind meine ehemaligen Spieler. Und Dagur kenne ich seit seiner Jugendzeit. Ich freue mich über ihre Karrieren. Die meisten Isländer, die irgendwo trainieren, sind meine ehemaligen Spieler. Das freut mich sehr.“