Tarifrunde der Länder – Warnstreik in Hamburg

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder für Donnerstag, den 5. Februar 2026, in Hamburg zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Sieben Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro – darum geht es unter anderem in der Tarifauseinandersetzung für die Beschäftigten der Freien und Hansestadt Hamburg.

Eine Woche vor der dritten Verhandlungsrunde erhöhen die Kolleg*innen mit dem Ausstand den Druck auf die Arbeitgeber. Unterstützung erhalten die Streikenden bei ihrer Kundgebung vom ver.di-Vorsitzenden und Verhandlungsführer Frank Werneke, der in Hamburg sprechen wird.

ver.di-Vorsitzender Frank Werneke: „Die Länder-Arbeitgeber haben immer noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Offensichtlich soll die ständig neu befeuerte Standortdebatte dafür genutzt werden, um einen Abschluss möglichst tief zu drücken. Das lassen wir uns nicht bieten. Hier wie bei der Hamburg-Zulage gilt: Gute Ergebnisse müssen erkämpft werden. Genau das werden wir tun.“

Hamburg-Zulage umsetzen!

„Fachkräfte halten, Fachkräfte gewinnen – das ist jetzt die Hauptaufgabe und dafür braucht es eine entsprechende Tariferhöhung und eben auch eine Hamburg-Zulage, denn wer für Hamburg arbeitet, muss auch in Hamburg leben können“, sagt Irene Hatzidimou, stellvertretende Fachbereichsleiterin und zuständig für den öffentlichen Dienst in Hamburg.

„Fast jede zehnte Stelle in Hamburgs Bezirksämtern ist unbesetzt. Das spüren nicht nur die Kolleg*innen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass diese Stadt funktioniert, sondern das merken auch die Bürger*innen, wenn sie auf die Stadt oder den Staat angewiesen sind“, sagt Ole Borgard, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg. „Hinzu kommt, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf den letzten Metern, die bereits endverhandelte Hamburg-Zulage hat platzen lassen. Die Kolleg*innen sind auch deswegen stinksauer, und das spürt man dieser Tage bei den Streikposten und auf der Straße. Neben einem fairen Angebot in Potsdam erwarten sie zu Recht, dass die Arbeitgeberseite zur bereits im Oktober erzielten Tarifeinigung über eine Hamburg-Zulage steht und diese sofort umsetzt.“

Zum Hintergrund

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – jedoch zur Stärkung der unteren Entgeltgruppen mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende unbefristet übernommen werden. Studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten. Überdies fordert die Gewerkschaft die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) soll zwölf Monate betragen. Die dritte Verhandlungsrunde ist vom 11. bis 13. Februar 2026 geplant.

Terminhinweis:

Die Streikkundgebung am 5. Februar 2026 beginnt um 10 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof 57A.

Details zum Ablauf und der Route der Streikdemonstration erhalten Sie in der kommenden Woche.