Der Neubau der Grundschule Neißeweg ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich und innovativ, denn Grundrisse, Ausstattung und Gestaltung des Gebäudes orientieren sich konsequent am pädagogischen Konzept der Schule. Die neue Schule befindet sich an der Austernbrede in unmittelbarer Nähe zum Standort Neißeweg. Dabei wurde ein Teil der ehemaligen Freiherr-vom-Stein-Schule saniert und um einen Neubau von rund 2.400 m² erweitert.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das Gebäude am Montag, 2. Februar, offiziell an die Schule übergeben. Am 17. Februar wird dann der dritte Jahrgang einziehen, um in einem Probebetrieb zu testen, ob die vorhandene Grundausstattung an Mobiliar nutzungsgerecht und praktikabel ist. Gegebenenfalls kann dann in den kommenden Monaten noch nachgesteuert werden, denn die komplette dreizügige Schule wird erst zum kommenden Schuljahr Anfang September an den neuen Standort ziehen und ab dann den Namen „Grundschule Farbenfroh“ tragen.

„Dieses Schulgebäude ist in seiner Konzeption für mich etwas ganz Besonderes. Architektur, Pädagogik und Schulträger haben hier von Beginn an eng und konsequent zusammengewirkt“, erläutert Henning Matthes, Beigeordneter für den Bereich Schule, der das Projekt in allen Phasen als Gesamtprojektleiter begleitet hat. „Das Ergebnis ist ein Schulbau, der sich sehr bewusst an einem modernen pädagogischen Konzept orientiert und damit eine innovative und zugleich sehr stimmige Ergänzung unseres ohnehin bereits starken Grundschulangebots in Gütersloh darstellt.

Der Neubau der künftigen Grundschule Farbenfroh steht exemplarisch für die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung unserer Schullandschaft. Umso erfreulicher ist es, dass wir sowohl den ambitionierten Zeitplan eingehalten haben als auch die im Ratsbeschluss von November 2023 zugrunde gelegte Kostenkalkulation von 14,17 Millionen Euro nach derzeitiger Prognose sogar unterschreiten werden.“

Der Name der künftigen „Grundschule Farbenfroh“ weist unter anderem auf die Bedeutung von Farben im Schulgebäude hin: Jede Jahrgangsstufe ist in einem Bildungshaus zusammengefasst, dem wiederum jeweils eine Farbe zugeordnet ist: Blau für die erste Klasse, Rot für die zweite, Gelb für die dritte und Grün für die vierte Klasse.

Schulleiter Dirk Ködding erläutert: „Die individuellen Lernprozesse der Kinder werden in unserer Schule in besonderer Weise berücksichtigt, basierend auf der Annahme, dass nicht alle Kinder das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise lernen. Entsprechend wird das neue Schulgebäude unterschiedliche Lernsettings bieten, unter denen die Kinder je nach der Lernaufgabe, dem erforderlichen Material, dem Lernweg und dem individuellen Lerntyp wählen können.“

Zonierungen gewährleisten gleichermaßen Struktur und Offenheit. Die vielfältigen Angebote ermöglichen ganztägige Bildung, wobei in allen Phasen des Tages die gesamte Fläche der Schule genutzt wird. Klassenräume im herkömmlichen Sinn gibt es in der Schule nicht. Stattdessen sind die Bildungshäuser jeweils durch geschwungene Holzwände in drei Zonen aufgeteilt, die sogenannten „Heimaten“. Die Holzwände sind nicht raumhoch, sorgen aber trotzdem für eine gute Akustik. Sie erhalten unterschiedliche fest verbaute Einbauten. Zusätzlich gibt es flexibel nutzbares Mobiliar.

Mittelpunkt einer jeden Heimat ist der Sitzkreis, in dem sich die Kinder mehrmals täglich treffen, zum Beispiel zur Begrüßung und Verabschiedung sowie für Instruktions- und Reflexionsphasen. Eingangs- und Flurbereiche sind für jahrgangsübergreifende Aktivitäten gedacht. Hierzu trägt auch die breite Holztreppe bei, die die Kinder auf großen Stufen vielfältig nutzen können. Hinzu kommt eine eingebaute Rutsche, die dem Bewegungsbedürfnis der Kinder Rechnung trägt.

Ein an zentraler Stelle eingebauter Fahrstuhl sorgt für Barrierefreiheit und schafft zusammen mit einem Pflege- und Therapieraum die Voraussetzungen zur Aufnahme von Kindern mit körperlich-motorischen Einschränkungen. Die Grundschule Farbenfroh ist als „Puschenschule“ geplant. Entsprechend gibt es für alle Kinder in den Eingangsbereichen im Erd- und Obergeschoss Garderoben, an denen die Kinder ihre Straßenschuhe gegen Hausschuhe tauschen können.

Zum Raumangebot gehören außerdem Bibliotheken, Fach-, Ruhe- und Speiseräume. Hinzu kommen Besprechungs- und Verwaltungsräume sowie eine Küche.