Bischof Overbeck zieht Bilanz zum Ende des Synodalen Wegs: Das Format Synodaler Weg ende, aber Synodalität bleibe eine dauerhafte Aufgabe der Kirche und „kein Projekt mit Ablaufdatum“. Neue Strukturen und der Dialog mit der Gesellschaft stehen im Fokus der letzten Versammlung, die von Donnerstag, 29., bis Samstag, 31. Januar, in Stuttgart tagt.

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Nach sechs Synodalversammlungen endet das Reformprojekt Synodaler Weg und wird in die dauerhafte Synodalkonferenz überführt. Symbolfoto: Maximilian von Lachner | Synodaler Weg

Mit der sechsten und letzten Synodalversammlung schließt die katholische Kirche in Deutschland ab Donnerstag, 29. Januar, in Stuttgart nach sechs Jahren das Reformprojekt Synodaler Weg ab. Doch während das Gesprächsformat endet, bleibe Synodalität als „Ausdruck einer geistlichen Haltung“ ein zentrales Element des kirchlichen Selbstverständnisses, betont der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Dafür stehe die künftige Synodalkonferenz als dauerhaftes Gremium synodaler Beratung und Mitverantwortung in der Kirche in Deutschland. Neben der Vorbereitung dieses neuen Gremiums steht bei der bis Samstag, 31. Januar, dauernden Versammlung eine Evaluation des bisherigen Prozesses und eine gemeinsame Abschlusserklärung auf der Agenda. Overbeck würdigt den Weg als „konstruktiven Austausch“, der aus der Krise des Missbrauchsskandals hervorging und nun seine Fortsetzung finde. „Synodalität ist kein Projekt mit Ablaufdatum“, so Overbeck.

Synodalkonferenz als „struktureller Entwicklungsschritt“

Dass die Satzung für die neue Synodalkonferenz einstimmig verabschiedet wurde, nennt Overbeck ein „Ergebnis, das nicht selbstverständlich war“. Dieser Beschluss sei das Resultat eines „Prozesses vertrauensvollen Aushandelns“ und markiere einen „strukturellen Entwicklungsschritt“, der die synodale Kultur in der Kirche langfristig stärken solle. Zugleich warnt der Bischof vor überzogenen Erwartungen: „Es braucht Geduld, Realismus, Ernsthaftigkeit und Augenmaß“, um die neuen Strukturen nun mit Inhalt zu füllen.

Abschluss des Synodalen Wegs

Die 6. Synodalversammlung tagt vom 29.–31. Januar 2026 in Stuttgart. Rund 230 Mitglieder, darunter Bischöfe, Laien und Gäste aus dem In- und Ausland, nehmen teil. Neben der Evaluation des Synodalen Wegs stehen die Wahl weiterer Mitglieder für die künftige Synodalkonferenz und die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung auf der Agenda. Geleitet wird die Versammlung von Bischof Georg Bätzing, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, und Irme Stetter-Karp, der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Bindung an die Weltkirche: „Kein isoliertes Phänomen“

Einmal mehr betonte Overbeck die Notwendigkeit, den Synodalen Weg in Deutschland mit der Weltkirche zu verbinden. Die in Deutschland diskutierten Themen – von Strukturreformen bis zu spirituellen Fragen – seien „keine isolierten Phänomene, sondern allesamt Themen der Weltkirche“. Kritisch weist er Vorwürfe zurück, der Synodale Weg stehe im Widerspruch zur kirchlichen Lehre: „Er sollte als Ausdruck gelebter katholischer Verantwortung verstanden werden – verbunden mit einem gemeinsamen, ehrlichen Ringen um die nächsten Schritte.“

Gesellschaftliche Verantwortung: Kirche als „Gesprächspartnerin“

Doch Synodalität erschöpfe sich nicht in innerkirchlichen Reformen, so Overbeck. Sie zeige sich ebenso in der Haltung, mit der Christinnen und Christen das Gespräch mit der Gesellschaft suchen. „Was sagen wir zum Beispiel zu Krieg und Frieden, zu Themen des Lebensschutzes, zu globaler Gerechtigkeit und zu den Gefährdungen unserer Demokratie?“ Aber auch Fragen nach Spiritualität, Gebet, Frömmigkeit und gelebter Religiosität stellten sich unter den Voraussetzungen der Gegenwart ganz neu. „Wir bieten der Gesellschaft diesen christlichen Beitrag zum Zusammenhalt an, den wir für dringender denn je halten“, so Overbeck.