„Nähe Stuttgart“: Influencer über Karlsruhe, Heilbronn und Co.: „Ihr seid ein eigener Bereich“ „Guck mal wie weit das ist“: Ein „Geografie“-Video ist im Social Web zum Klickhit geworden. Foto: @daddyandrews99

Im Netz gibt es das Phänomen, dass Menschen aus Baden-Württemberg behaupten, sie wohnen in der Nähe von Stuttgart. Ein Content-Creator klärt auf.

Surft man durchs Social-Web, auf Dating-Plattformen oder sonstigen Internetseiten, auf denen Nutzer ihren Wohnort angeben, stößt man immer wieder auf: Nähe Stuttgart. Wo die Userinnen und User wirklich herkommen, wollen sie nicht preisgeben. Dass „Nähe Stuttgart“ ein ziemlich weit gefasster Bereich sein kann und sich viel zu viele Menschen aus Baden-Württemberg in der Nähe der Landeshauptstadt verorten, darüber wird im Netz regelmäßig gespottet.

Der Content-Creator Alfred Andrews hat nun in einem humorigen Video klargestellt, wer behaupten darf, in der Nähe des Kessels zu wohnen – und wer nicht. Letzteres gilt aus seiner Sicht beispielsweise für Leute, die am Bodensee wohnen („ist Nähe Schweiz“), in Karlsruhe („eigener Bereich“) oder in Heilbronn („auch eigener Bereich“). „Rottenburg – sollte eigentlich klar sein“, sagt der Influencer mit einem Augenzwinkern. Wer hingegen in Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, „LB“ – also Ludwigsburg –, Schorndorf oder Esslingen wohne, dürfe behaupten, aus der Nähe von Stuttgart zu kommen, meint Andrews.

User zwischen Dankbarkeit und Ärger

Unter dem Video ist – wer hätte es geahnt – eine hitzige Debatte entbrannt. Dabei ist Andrews längst nicht der erste, der das Phänomen thematisiert. Einige User bedanken sich für die „Klarstellung“, andere schreiben, dass beispielsweise „Karlsruher und Mannheimer nie freiwillig behaupten würden, zu Stuttgart zu gehören“. Weitere fühlen sich übergangen: „Backnang zählt auch noch“, lautet etwa ein Kommentar. Eine Userin definiert „Nähe Stuttgart“ anders: „S-Bahn Netz ist Nähe Stuttgart“.

Alfred Andrews, der über seine Kanäle (@daddyandrews99) mehrere Zehntausend Follower erreicht, amüsiert sich über die Diskussion. Das Video habe er erstellt, weil er kürzlich selbst mit Freunden darüber gestritten habe. Ihn haben nun Nachrichten erreicht, in denen Stuttgart diskreditiert wurde. Hässlich, gar nichts besonderes, überbewertet, lautete das Urteil.

Auch das belustigt Andrews. „Wenn ich am Wochenende in der Stadt unterwegs bin, sehe ich lauter TÜ-, GP-, WN-Kennzeichen. Wenn Stuttgart so schlecht ist, warum hängen die Leute dann trotzdem dauernd hier ab?“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Ich bin halt Stuttgarter durch und durch“

Der Influencer, der sich vor allem mit dem Thema Mode beschäftigt, hatte im vergangenen Jahr begonnen, Clips mit Stuttgart-Bezug zu erstellen. Rankings zu den besten Stadtteilen, Schulen – solche Sachen. „Das kam gut an, also habe ich weitergemacht“, sagt Andrews, der im Kessel geboren ist und immer noch in der Stadt wohnt. Was seine Heimat besonders macht? Die Antwort ist einfach: „Für mich ist Stuttgart hier im Süden die Eins. Das ist halt die Hauptstadt, und das haben wir, die hier wohnen, ja nicht erfunden – das ist einfach so.“

Sein Urteil habe er sich auch dadurch gebildet, dass er die größeren Städte im Südwesten kenne. Ludwigsburg sei einen Besuch wert, Böblingen/Sindelfingen findet er auch okay. Dennoch: „Ich bin schon froh, dass ich da nicht wohn’“, sagt er und lacht. Das sei auch gar nicht böse gegenüber anderen Städten im Südwesten gemeint. „Ich bin halt Stuttgarter durch und durch.“