Heidi Rillmann und Oberbürgermeister Tilman Fuchs

Die Verdienstmedaille wurde Heidi Rillmann von Oberbürgermeister Tilman Fuchs ausgehändigt.

© Ann-Christin Ladermann/Bischöfliche Pressestelle

Die Hiltruperin, die im Bereich Medienproduktion des Bistums Münster arbeitet, hat ihren Sohn allein großgezogen. Der 35-Jährige erkrankte als Zweijähriger an einem Hirntumor. Operationen, Chemotherapien, weitere Tumore folgten. Seitdem ist Jannis körperlich und geistig behindert und hat Epilepsie. Heidi Rillmann muss ihren Sohn buchstäblich auf Schritt und Tritt begleiten und außerdem seine gesamte Pflege sicherstellen. Außerhalb ihrer Arbeitszeiten sind Mutter und Sohn immer zusammen. Dabei ermöglicht sie ihm, so gut es geht, Freizeitaktivitäten und damit Lebensqualität. 

Oberbürgermeister Fuchs zeigte sich erfreut, dass er gerade für diese Lebensleistung die erste Verdienstmedaille seiner Amtszeit vergeben dürfe. „Mit welcher Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit und Zuwendung Sie Ihre Aufgaben Tag für Tag übernehmen, ist bewundernswert“, sagte er. 

Die Geehrte selbst schilderte auf Fuchs‘ Bitte ihren Tagesablauf und Alltag. In ihren Dankesworten betonte sie, sie stehe ungern im Mittelpunkt, freue sich aber sehr über die Ehrung. Diese nehme sie auch für alle Menschen an, die in einer vergleichbaren Lebenssituation sind. „Es tut gut, einmal von außen zu hören, was man täglich so leistet“, sagte sie. Für Außenstehende klinge ihre Lebensleistung nach „einem großen Paket, aber das ist es für mich nicht: Muttis schaffen das.“

Ausdrücklich dankte Heidi Rillmann ihren rund 30 zur Feierstunde geladenen persönlichen Gästen: „Ihr alle gehört zu unserem Leben, Ihr alle helft uns nicht nur einmalig, sondern dauerhaft mit Eurer Zeit und Eurem Interesse.“ Ihr Dank galt auch dem Bistum Münster: „Mein Arbeitgeber ist mir immer entgegengekommen. Dass ich Jannis‘ Pflege mit der Berufstätigkeit verbinden kann, gibt mir Erfüllung, Sicherheit und Stabilität.“

Dass Heidi Rillmann weiter mit einer positiven Grundstimmung durchs Leben gehen möchte, bekräftigte sie mit den Worten, die sie an ihren Sohn richtete und denen er mit einem entschiedenen „Ja!“ zustimmte: „Wir sind ein tolles Team. Jannis trägt alles voller Vertrauen mit. Wir machen genauso weiter, dann soll wohl alles gut laufen.“ 

Ann-Christin Ladermann