– Fluglärm ist ein Thema in Nürnberg, speziell in der Nacht. Höhere Gebühren für Nachtflüge könnten den Lärmpegel drosseln.

Flieger machen Lärm. Das ist ein alt bekannter Casus Knacksus. Denn so gern viele Leute die komfortable Reise über den Wolken in das Urlaubsland ihrer Wahl antreten – für diejenigen, die in der Nähe eines solchen interkontinentalen Drehkreuzes leben, ist das Wohnen meist alles andere als Urlaub. In Nürnberg setzt sich eine eigene Kommission für den Schutz der Bürger vor Fluglärm ein. Die Fluglärmkommission berät die zuständigen Behörden zu allen Fragen rund um Lärmschutz im Umfeld des Nürnberger Flughafens.

Diese Kommission hat am Montag, 26. Januar 2026, am Flughafen getagt. Zentrales Thema war ein Bericht der Deutschen Flugsicherung. Darin ging es um die Frage, ob An- und Abflugrouten erneut verlegt werden könnten und welche Auswirkungen das hätte.

Fluglärmkommission fordert eine noch dezidiertere Entgeltgestaltung

„Dabei wurde im komplexen Wechselspiel von Sicherheit, nächtlichem Ruhebedürfnis der Anwohnenden und deren unterschiedlich intensiven Betroffenheiten deutlich, dass die bisherigen Veränderungen durchaus wirksam waren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese Effekte werden „jedoch teilweise durch die steigende Zahl von Flugbewegungen wieder abgeschwächt“.

Für die Zukunft fordert die Fluglärmkommission deshalb eine noch dezidiertere Entgeltgestaltung, die den Anreiz weiter erhöht, „entweder mit sehr modernen, leisen Maschinen zu fliegen“ oder am besten „die Kernnacht gleich ganz auszulassen“. Moderne Flugzeuge sind deutlich leiser als ältere Modelle. Trotzdem empfinden viele Anwohnerinnen und Anwohner vor allem in der Nacht im Sommer weiterhin eine starke Belastung. Grund dafür ist vor allem die zunehmende Anzahl der Flüge. Eine erneute Änderung der Flugrouten würde die Lärmbelastung vor allem räumlich verschieben. Insgesamt bliebe die Zahl der betroffenen Menschen jedoch etwa gleich.

Einigkeit bestand demnach darin, dass Notfall- und Ausweichflüge notwendig und daher akzeptabel seien.

Lärmauswertungen über einen Zeitraum von zehn Jahren

Neben leiseren Flugzeugen spielt zudem die Entgeltordnung des Flughafens eine maßgebliche Rolle. Das zeigen Lärmauswertungen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Inzwischen erhebt der Flughafen deutlich höhere Gebühren für nächtliche Abflüge mit älteren, lauteren Flugzeugen. „Die Zusagen aus den vorherigen Sitzungen werden vom Flughafen Stück für Stück eingelöst“, so Nürnbergs Planungs- und Baureferent und scheidender Vorsitzender des Gremiums Daniel Ulrich.

„Stadt und Umlandgemeinden stehen zum Flughafen. Er dient der überregionalen Mobilität der ganzen Metropolregion und ist aus dem Verkehrssystem nicht wegzudenken. Aber er verursacht unstrittig gerade nachts Lasten. Der in der bisherigen Beschlussfassung eingeforderte Plan zur Minimierung der Nachtflüge steht weiter ganz oben auf der Liste“, so Ulrich weiter. „Ich bin mir sicher, dass da noch ein Stück Weg zu gehen ist. Ich sehe jedoch, dass der Flughafen ernsthaft daran arbeitet, Gebührenmodell und flugplanerische Ansätze soweit wie irgend möglich im Sinne eines nochmals verbesserten Lärmschutzes zu optimieren.“

Die Kommission besteht aus Vertretern der Stadt Nürnberg und der angrenzenden Städte und Gemeinden. Außerdem sind das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Verkehrsministerium, Fluggesellschaften, die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, die Flughafen Nürnberg GmbH als Betreiber sowie die Bundesvereinigung gegen Fluglärm beteiligt.

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