In Essen sollen die Bürgerinnen und Bürger am 19. April 2026 per Ratsbürgerentscheid darüber abstimmen, ob sich die Stadt an der Olympiabewerbung Rhein Ruhr beteiligen soll.
Das klingt nach einer großen Chance, wirft aber bei vielen Menschen ganz konkrete Fragen auf.
In den letzten Tagen wurde der Start der Olympia Kampagne unter anderem mit einer Lichtshow auf dem Gelände der Zeche Zollverein begleitet. Das sah gut aus und hat Aufmerksamkeit erzeugt. Doch viele Essenerinnen und Essener fragen sich zu Recht: Reicht das, um eine so weitreichende Entscheidung treffen zu können?
Denn hinter der Olympiabewerbung stehen keine abstrakten Visionen, sondern sehr reale Themen, die unseren Alltag betreffen.
Viele Bürger fragen:
- Was bringt uns Olympia ganz konkret in Essen
- Wie viel Geld muss die Stadt tatsächlich aufbringen
- Und wie soll das funktionieren, wenn wir schon heute mit Baustellen, Verkehrsstau und knappen Haushaltsmitteln kämpfen
Gerade der Blick auf die aktuelle Lage der Stadt macht viele skeptisch. Essen steht finanziell unter Druck. Straßen, Brücken und Verkehrssysteme sind vielerorts bereits überlastet. Große Bauprojekte verzögern sich, Baustellen ziehen sich über Jahre. Vor diesem Hintergrund wirkt die Frage berechtigt, wie ein zusätzliches Großereignis dieser Dimension organisatorisch und finanziell gestemmt werden soll.
Als Ratsgruppe Volt & Die PARTEI erleben wir in Gesprächen immer wieder dieselbe Unsicherheit. Viele Menschen wollen sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, finden aber keine übersichtlichen, verständlichen Informationen. Statt klarer Antworten gibt es bislang vor allem Bilder, Schlagworte und positive Botschaften.
Das ist aus unserer Sicht zu wenig.
Eine Entscheidung wie diese darf nicht auf ein Bauchgefühl reduziert werden. Sie braucht Fakten, Transparenz und eine ehrliche Darstellung von Chancen und Risiken. Bürgerbeteiligung bedeutet nicht, Menschen für ein Projekt zu begeistern, sondern sie in die Lage zu versetzen, selbstständig abzuwägen.
Niemandem ist geholfen, wenn am Ende abgestimmt wird, ohne wirklich zu wissen, welche Folgen diese Entscheidung für unsere Stadt haben kann, finanziell, organisatorisch und im Alltag.
Der Ratsbürgerentscheid rückt näher. Die Zeit für sachliche Information wird knapp. Umso wichtiger ist es jetzt, die offenen Fragen offen zu benennen und ernst zu nehmen.
Denn am 19. April geht es nicht um eine Lichtshow.
Es geht um Essen.
Welche Fragen stellst du dir?