Spaziergänger hatten am Mittwoch gegen 17 Uhr den leblosen Körper eines Jugendlichen am Ufer des Waldsees im Stadtteil Hackenbroich entdeckt.
Bei dem Toten handelt es sich um einen 14-jährigen Dormagener. Seine Leiche wies Verletzungen auf, die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Die Mordkommission „Waldsee“ unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf übernahm noch vor Ort die weiteren Ermittlungen.
Spezialisten sicherten bis in die Nacht hinein Spuren am Seeufer. Auch am Donnerstagvormittag waren Polizei, Taucher, Spürhunde und Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung wieder vor Ort. Nachdem die Hunde den Bereich um den Fundort abgesucht hatten, machten sich gegen Mittag die Taucher aus Wuppertal an die Arbeit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft suchten sie dabei nach der Tatwaffe und Beweismitteln.
Im Lauf des Donnerstags sollten Rechtsmediziner mit einer Obduktion Todesursache und Todeszeitpunkt klären, die Ergebnisse lagen am Nachmittag noch nicht vor. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde zur Art der Verletzungen nichts mitgeteilt.
Wie ein Polizeisprecher unserer Redaktion sagte, ist der Tote identifiziert, es sei allerdings bislang nicht klar, ob er zuvor als vermisst gemeldet wurde. Eine Öffentlichkeitsfahndung habe es nicht gegeben. Der Junge stamme aus Eritrea, er lebte seit 2018 mit seiner Familie in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft in Dormagen-Delhoven. Seine Eltern wurden über den Tod ihres Kindes bereits informiert.
Der 14-Jährige sei völlig unbescholten gewesen, sagte Staatsanwältin Janne Jakobek der Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben der Stadt Dormagen sei er „voll in die Stadtgesellschaft integriert“ und in mehreren Freizeitgruppen aktiv gewesen. Der Junge besuchte die Realschule in Hackenbroich. Das Amt für Integration und Soziales der Stadt Dormagen habe in gutem und regelmäßigem Kontakt mit der Familie gestanden.
„Der Tod dieses jungen Menschen macht uns alle tief betroffen“, sagte Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Im Namen der Stadt Dormagen spreche ich der Familie, den Freundinnen und Freunden sowie allen, die ihm nahestanden, mein aufrichtiges Beileid aus. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.“ Er habe großes Vertrauen in die Polizei, „dass die Umstände dieses tragischen Todes schnell und vollumfänglich aufgeklärt werden.“
Die Mitschüler und Lehrer des Jungen werden nach städtischen Angaben psychologisch betreut. Auch der Familie wolle die Stadt jetzt unterstützend zur Seite stehen.
Über einen möglichen Tathergang machte die Polizei bislang keine Angaben. Unklar sei bisher die Frage, was der 14-Jährige am See wollte und ob ihm Wertsachen fehlen.
Bei dem Gewässer, an dem der Jugendliche gefunden wurde, handelt es sich um den kleinen Waldsee in Hackenbroich, eine ehemalige Kiesgrube unweit der Stadtgrenze zu Pulheim (Salm-Reifferscheidt-Allee, in der Nähe des Dormagener Krankenhauses).
Die Polizei bittet jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu dem Fall machen kann, soll sich unter 02131 3000 oder per Mail an die Ermittler wenden.