Konzerte
Die belgische Bluesszene ist ohne Guy Verlinde kaum vorstellbar. In 15 Jahren nahm der Gitarrist aus West-Flandern 16 Alben auf und spielte in renommierten Clubs und auf internationalen Festivals. Mittlerweile bildet er ein Duo mit dem Pianisten Tom Eylenbosch, Gewinner der Belgian Blues Challenge 2025. Gemeinsam laden sie das Publikum ihrer Konzerte ein zu einer Reise voller Geschichten über Liebe, Hoffnung und Auferstehung. Am 30. Januar spielen sie um 19.30 Uhr eine Show im Kloster-Kultur-Keller in Vossenack, am 2. Februar folgt um 20 Uhr ein Auftritt im Domkeller in Aachen.
Als „wunderbar organisch funktionierende Musikmaschine, die auf Hochtouren läuft“ charakterisiert die finnische Kontrabassistin Kaisa Mäensivu ihre Jazzband Kaisa’s Machine, die ihre musikalische Vision nach – manchmal schwungvoll und groovig, ein anderes Mal nachdenklich und rätselhaft. „Ich habe das Gefühl, dass diese Musik die Magie von New York einfängt, wo die Atmosphäre offen für Neues ist“, kommentiert Mäensivu. Sie gründete ihr Ensemble im Jahr 2015 und debütierte 2017 mit der Gruppe auf dem Album „In the Key of K“. Seitdem lebt sie in New York.
Einmal im Monat findet sonntags ein Matineekonzert im Alten Schlachthof in Eupen statt. In diesem Monat ist Mandé Sila am 1. Februar um 11 Uhr zu Gast, das neue akustische Projekt, das um den westafrikanischen Musiker Habib Koité herum entstanden ist. Er wird begleitet von Aly Keïta (Balafon) und Lamine Cissokho (Kora). Gemeinsam feiern sie die Vielfalt und den musikalischen Reichtum Westafrikas. Habib Koité war 2010 zu Gast beim Eupen Musik Marathon, 2019 ist er schon einmal im Alten Schlachthof aufgetreten. Am selben Tag gibt es um 19.30 Uhr ein weiteres Konzert im Theater Heerlen.
Mittags in Eupen, abends in Heerlen: Am 1. Februar ist die afrikanische Band Mandé Sila in doppeltem Einsatz. Foto: Miguel Rivas
In „Falsche Wimpern – Echte Musik“ demonstrieren die Zucchini Sistaz, wie man aus drei Musikerinnen eine ganze Big Band macht. Das Repertoire umfasst Swing, Jazz, Chansons und Couplets, präsentiert mit mehrstimmigem Close-Harmony-Gesang. Jule Balandat setzt am Kontrabass das Fundament, Tina Werzinger sorgt an der Schlaggitarre und Ukulele für den Rhythmus. Sinje Schnittker bringt mit Trompete, Klarinette, Posaune und anderen Instrumenten zusätzliche Klangfarben ins Spiel. Am 1. Februar sind die Zucchini Sistaz um 17 Uhr in der Area 28 der Mufab in Aachen zu erleben.
Thomas Stieger hat sich als Bassist, Produzent und Komponist einen Namen gemacht. Als Session-Musiker und Sideman arbeitet er mit national und international renommierter Künstler zusammen und bewegt sich zwischen den Genres Pop, Rock, Soul und Jazz. Nach zwei Alben mit seiner Band Marriage Material veröffentlichte Stieger 2024 sein erstes Album „Choices“ unter eigenem Namen. Auf der Bühne wird er unterstützt von Simon Oslender an der Orgel, Schlagzeuger Peter Gall, Marc Doffey am Saxofon und Gitarrist Igor Osypov. Am 1. Februat gibt es um 20 Uhr ein Konzert im Aachener Dumont.
Bassist Thomas Stieger tritt am 1. Februar mit seiner Band im Dumont in Aachen auf. Foto: Dovile Sermokas
Lesung
Mit seinem Roman „Death Valley“ kommt der Schriftsteller Steven Uhly am 4. Februar um 19.30 Uhr in die Buchhandlung Das Worthaus nach Aachen. Ein gewisser Steven Uhly erfährt vom tödlichen Absturz seiner Mutter im Death Valley und macht sich auf den Weg in die USA, um sie zu beerdigen. Zeitgleich fährt der Sohn ihres Lebensgefährten an denselben Ort – denn das Paar ist gemeinsam abgestürzt. Da kein Testament existiert, ist fraglich, wer der beiden das heimliche Wettrennen zurück ins elterliche Haus gewinnt, das voller wertvoller Antiquitäten und versteckter Goldbarren stecken soll.
Comedy & Kabarett
Atze Schröder will seinen Fans etwas zurückzugeben: das Echte, das Vertraute, das schönste Gefühl der Welt. In seinem neuen Programm „Lovemachine“ nimmt Schröder das auseinander, was man heute Liebe nennt – live am 30. Januar um 20 Uhr in der Arena Kreis Düren. „Lovemachine“ soll ein Programm über Nähe, Ehrlichkeit und die Rückkehr zum Menschlichen sein. Denn der Mensch tippt, wischt, liked – aber er weiß kaum noch, wie eine echte Berührung geht. Das Programm sieht sich als Absage an den digitalen Beziehungsschwindel und als warmherzige Liebeserklärung ans Analoge.
Mit seinem Programm „Lovemachine“ ist Comedian Atze Schröder am 30. Januar zu Gast in der Arena Kreis Düren. Foto: Boris Breuer
Theater
Die Figurentheater-Reihe „Animationen“ im Space des Ludwig Forums in Aachen geht im Januar weiter. Am 30. Januar präsentiert das Theater Rosenfisch um 19.30 Uhr das Erwachsenenstück „Die Windsbraut. Die Visionen der Leonora Carrington“, das Schauspiel mit Figurentheater verbindet. Die Malerin, Magierin und Autorin Leonora Carrington schließt sich in Paris den Surrealisten an und erleidet einen psychischen Zusammenbruch, als ihr Lebensgefährte, der Maler Max Ernst, 1940 in Südfrankreich interniert wird. Tiere beginnen zu sprechen, Gegenstände erwachen zum Leben, die Realität gerät aus den Fugen.
Die Frauenärztin Beate möchte in den Ruhestand gehen und sucht eine Nachfolgerin für ihre Praxis in einer Provinz-Kleinstadt. Die junge Ärztin Hanna scheint genau dem zu entsprechen, was Beate sucht, doch als Hanna sich bei einem Beratungsgespräch über einen Schwangerschaftsabbruch einmischt und offenbart, dass sie rigoros gegen Abtreibung ist, kommt es zum Bruch. Während Beate den Vorfall sacken lassen will, tritt Hanna unter Mithilfe rechter Lebensschützer-Initiativen eine Hass- und Schmutzkampagne gegen Beate und ihre Praxis los. Das Schauspiel „Frauensache“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz feiert am 30. Januar um 20 Uhr Premiere im Grenzlandtheater Aachen zu sehen und ist danach fast täglich zu sehen.
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Nach einer schlaflosen Nacht mit der Lektüre von Puschkins Roman „Eugen Onegin“ war das Konzept für Pjotr Iljitsch Tschaikowskis neue Oper geboren. Der russische Komponist verwandelte das Buch in ein lyrisches Kammerspiel, in dem eine unbändige Liebe, scharfe Zurückweisung und ein tödliches Duell die Gefühlswelten junger Menschen erschüttern: Die junge Tatjana verliebt sich in den draufgängerischen Onegin, doch dieser weist sie schroff zurück. Nach Jahren des Umherirrens begreift Onegin seine verpasste Chance. Gibt es ein Zurück? Bevor die Produktion „Eugen Onegin“ am 7. Februar Premiere im Großen Haus des Theaters Aachen feiert, gibt es am 3. Februar um 19 Uhr im Spiegelfoyer die Möglichkeit zu einem kostenlosen Probenbesuch.
Ausstellungen
Eine Einzelausstellung des Künstlers Michael Beutler, Träger des Kunstpreises der Kunststiftung NRW und seit vergangenem Jahr Professor für Künstlerische Gestaltung an die Architektur-Fakultät der RWTH Aachen, zeigt das Museum Z33 in Hasselt. Es ist die größte Schau mit Arbeiten des deutschen Installationskünstlers seit zehn Jahren. Zu sehen sind frühere Werke und neue Kreationen. Beutler schafft monumentale Installationen aus einfachen Materialien und entwickelt eigene Werkzeuge, um Papier, Pappe oder Textilien in skulpturale Elemente zu verwandeln, die für den Bau seiner raumfüllenden Installationen verwendet werden. (bis 22.2.)
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Ronny Delrue zählt zu den renommiertesten Künstlern der belgischen zeitgenössischen Kunstszene. In den letzten fünf Jahren begeisterte er unter anderem mit großen Einzelausstellungen im S.M.A.K. in Gent und in der Centrale for Contemporary Art Brussels. Nun zeigt die Schau „Jeder Strich ein lauter Raum“ Delrue erstmals konsequent als Zeichner und nicht wie gewohnt als Maler. Die Ausstellung lädt ein, die politische Dimension des Zeichnens neu zu entdecken – nicht als stillen Akt der Verinnerlichung, sondern als laute, sichtbare Vergewisserung von Menschlichkeit.
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La Boverie in Lüttich zeigt eine umfassende Retrospektive, die Robert Doisneau, einem der größten Meister der Fotografie des 20. Jahrhunderts, gewidmet ist. Rund 400 Aufnahmen – von seinen Anfängen in den 1930er Jahren bis zum Ende seiner Karriere – werden in der Ausstellung präsentiert. Diese vereint sowohl seine ikonischsten Werke als auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotografien und bietet so einen umfassenden und neuen Blick auf sein Œuvre. Nach dem großen Erfolg in Paris markiert diese Station in Lüttich den Beginn einer internationalen Tournee und wird von einer speziellen belgischen Auswahl bereichert. (bis 16.4.)
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