Ein neu veröffentlichtes Video zeigt den in Minneapolis erschossenen US-Bürger Alex Pretti in einer Auseinandersetzung mit Beamten der Einwanderungsbehörde mehr als eine Woche vor seinem Tod. Aufnahmen des auf sozialen Medien aktiven Portals The News Movement zeigen, wie ein Mann in Richtung eines Beamtenautos spuckt und dann zweimal gegen ein wegfahrendes Auto der Behörden tritt, wodurch ein Rücklicht des Wagens beschädigt wird. Ein Beamter bringt ihn daraufhin zu Boden, weitere Einsatzkräfte kommen hinzu.
Das Video wurde laut The News Movement am 13. Januar in Minneapolis aufgenommen – elf Tage, bevor Pretti bei einem anderen Einsatz von Bundesbeamten erschossen wurde. Die Aufnahme sei im Rahmen von Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm über die US-Einwanderungsbehörde ICE entstanden. Aus den Aufnahmen geht nicht hervor, was vor Prettis Tritte gegen das Auto der Beamten passiert ist. Zudem ist darauf ein Objekt an Prettis Hosenbund zu sehen, das einer Waffe ähnelt.
Auch bei dem späteren Einsatz, bei dem Pretti erschossen wurde, war der Demonstrant bewaffnet. Allerdings belegen Videoaufnahmen, dass er seine Waffe, anders als von der Regierung zunächst dargestellt, nicht gezückt hatte. Zudem war sie ihm von Einsatzkräften bereits weggenommen worden, als sie ihn erschossen.
Anwalt warnt vor Relativierung von Prettis Tötung
Prettis Familie bestätigte laut dem Sender CNN, dass es sich bei dem Mann in dem Video vom 13. Januar um Pretti handelt. „Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschehen war, hätte die Tötung von Alex durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können“, sagte Steve Schleicher, der Anwalt der Familie.
© Lea Dohle
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Prettis Tod nur zwei Wochen nach der Erschießung der Autofahrerin Renée Good in Minneapolis durch einen ICE-Mitarbeiter sorgte für landesweite Empörung über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörden. Die beiden Einsatzkräfte, die Pretti erschossen haben, wurden inzwischen beurlaubt. In Minneapolis kommt es immer wieder zu Demonstrationen gegen den Einsatz der Behörden in der Stadt.
Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump befinden sich derzeit im Bundesstaat Minnesota Tausende Einsatzkräfte, die dort irreguläre Migranten aufspüren, festnehmen und abschieben sollen. Nach der Tötung Prettis erklärte Trump seine Unterstützung für Heimatschutzministerin Kristi Noem, deren Behörde die Einsätze verantwortet, kündigte aber eine Untersuchung des Vorfalls an.
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