Jeans waren gesternSydney Sweeney holt die Dessous raus
29.01.2026, 15:52 Uhr
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Schauspielerin und Dessous-Designerin: Sydney Sweeney. (Foto: picture alliance / Sipa USA)TeilenFolgen auf:
Ob es um ihre umstrittene Werbekampagne für eine Jeans-Marke geht oder nun um ihr eigenes Unterwäsche-Label – Sydney Sweeneys Motto ist offenbar: immer auf die Zwölf! Für ihre Marke „Syrn“ engagiert sich die 28-Jährige jedenfalls mit vollem Körpereinsatz.
Was war Sydney Sweeney noch einmal im Hauptberuf? Ach ja, Schauspielerin. Und das tatsächlich schon ziemlich lange. Nachdem sie noch nicht einmal eine Teenagerin war, als sie das erste Mal vor einer Kamera stand, begann ihre Karriere bei Film und Fernsehen im Jahr 2009.
Dass sie seit einigen Jahren jedoch noch einmal einen richtigen Popularitätsschub erfahren hat, liegt vor allem an der HBO-Erfolgsserie „Euphoria“, in der sie 2019 erstmals die Rolle der Cassandra „Cassie“ Howard übernahm. Und es liegt an der geschickten Selbstvermarktung, die die 28-Jährige seit einiger Zeit betreibt – einkalkulierte Skandale und Skandälchen zur Steigerung des Bekanntheitsgrads inklusive.
Zu nennen wäre da in erster Linie natürlich die Kampagne für das Mode-Label American Eagle, in der Sweeney im vergangenen Sommer zu sehen war. „Sydney Sweeney Has Great Jeans“, lautete der umstrittene Slogan dazu, der mit dem Gleichklang der Worte „Jeans“ und „Genes“ („Gene“) spielte. Blond und blauäugig, wie die Schauspielerin nun mal ist, werteten viele dies als rassistische Botschaft. Dass Sweeney auch noch registriertes Mitglied der republikanischen Partei von US-Präsident Donald Trump ist, passte dabei nur allzu perfekt ins vermeintliche Bild.
BHs am „Hollywood“-Schriftzug
Erst Anfang dieser Woche sorgte die Serien-Darstellerin mit einer neuen Aktion dann abermals für Wirbel: Sie kletterte auf den berühmten „Hollywood“-Schriftzug in Los Angeles, um seine Buchstaben mit BHs zu behängen. Weil dies nicht genehmigt war, droht ihr nun ein juristisches Nachspiel, aber der Publicity-Stunt ist ihr damit voll und ganz geglückt. So wollte sie mit der Kraxelei wohl die Werbetrommel für ihr neue und eigene Dessous-Marke „Syrn“ rühren, mit der sie am Donnerstag an den Start gegangen ist.
Wie die Sweeney-Unterwäsche daherkommt, können nun auch alle auf der Instagram-Seite der Schauspielerin nachvollziehen. Dort veröffentlichte der „Euphoria“-Star eine ganze Reihe von Schnappschüssen und Clips, die einen Eindruck von der Kollektion vermitteln. Und das für manch einen womöglich Beste daran: Sweeney präsentiert ihre Kreationen höchstselbst.
„Seductress“ („Verführerin“) lautet der Name der ersten Dessous-Reihe aus dem Hause Sweeney. Laut der Schauspielerin ist sie „mutig, selbstbewusst und kompromisslos“. Es gehe darum, „die eigene Stärke und die eigenen Wünsche selbstbestimmt auszuleben“.
Mit der Hilfe von Jeff Bezos
Zur Unterwäsche-Designerin sei sie in erster Linie wegen ihres Frusts über „lästige Träger“ und „einschneidende Unterbrustbänder“ geworden, so Sweeney. Ihr Ziel sei es, eine Marke aufzubauen, „die Frauen versteht, anstatt sie zu belehren“, und etwas zu schaffen, „das alltagstauglich ist und niemanden einschränkt“. Deshalb soll „Syrn“ auch ganze 44 Größen abdecken – von 65B bis 95G.
Worum es Sweeney – ganz nebenbei – jedoch ebenfalls gehen dürfte, ist das Geschäft. Dazu wird sie auch von Amazon-Gründer Jeff Bezos und dessen Frau Lauren Sánchez finanziell beim Aufbau des Labels unterstützt. Man kennt sich und man hilft sich eben – Sweeney zählte auch zu den Gästen bei der Hochzeit des Milliardär-Paares 2025 in Venedig.
Mit „Syrn“ tritt Sweeney zudem in Konkurrenz zu einigen prominenten Kolleginnen. So haben etwa Kim Kardashian mit ihrem Label „Skims“ und Rihanna mit der Marke „Savage x Fenty“ längst ganz heiße Eisen im Feuer der Unterwäsche-Kollektionen, die nicht nur auf Frauen mit Model-Maßen zugeschnitten sind. Doch der Markt dafür ist sicher groß genug, um Sweeney hier auch noch ein Plätzchen an der Sonne zu bescheren.