Am St.-Eustachius-Platz im Zentrum von Vorst hat die Stadt Kaarst neuen Lebensraum für Insekten geschaffen. Dort wurde das erste sogenannte Sandarium angelegt, mit dem ein Beitrag zum Insektenschutz und zur Förderung der Biodiversität geleistet werden soll. Das neue Insektenbiotop befindet sich im hinteren Bereich des St.-Eustachius-Platzes und ist ab sofort zugänglich.

Auf den ersten Blick erinnert die Anlage an einen kleinen Spielplatz, tatsächlich handelt es sich jedoch um einen speziell gestalteten Lebensraum für Insekten. Das Sandarium wurde im Rahmen des Aktionsbündnisses für Insekten (ABI) umgesetzt, einem Zusammenschluss von Kommunen und Verbänden im Rhein-Kreis Neuss, dem auch die Stadt Kaarst angehört. Eine Infotafel am Sandarium informiert Besucher und Besucherinnen über dessen Funktion. „Ziel ist es, einen Beitrag zum Schutz der Insekten sowie zur Förderung der Biodiversität zu leisten“, heißt es seitens der Stadt. Denn Wissenschaftler beobachten in den vergangenen Jahrzehnten einen massiven Rückgang der Arten- und Individuenzahl der Insekten. Hauptursachen sind der Landschaftsstrukturwandel, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und überhöhte Nährstoffeinträge. „Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind die Schaffung von neuem Lebensraum und Reproduktionsstätten für Insekten wichtig“, heißt es weiter.

Insekten verfügen über einen komplexen Lebenszyklus. Während ausgewachsene Tiere häufig beim Sammeln von Nektar und Pollen zu beobachten sind, findet die Entwicklung von Eiern, Larven und Puppen meist verborgen statt – etwa in Pflanzen, Totholz oder im Boden. Besonders sandig-lehmige Böden bieten vielen Arten ideale Bedingungen, da sie dort Gänge und Brutkammern anlegen können. Genau diese Voraussetzungen schafft das neue Sandarium in Vorst. Ein Sandarium dient beispielsweise als Nistmöglichkeit für Wildbienen, die im Boden graben.

Bei den Kaarster Bürgern kommt das neue Sandarium gut an. „Ich finde das ganz toll, dass die Stadt als Vorbild für die Bürger solche Maßnahmen umsetzt und zeigt, wie man mit wenig Fläche ganz viel für die Biodiversität tun kann“, schreibt Dagmar Spona von der Nabu-Ortsgruppe Kaarst-Korschenbroich unter den Facebook-Post der Stadt. Spona ist selbst Naturschützerin und wurde Kostenpflichtiger Inhalt für ihren „Hortus Multiplex“ ausgezeichnet. Allerdings gibt es auch Bedenken, gerade was die „Fremdnutzung“ durch Hunde und Katzen angeht, die das Sandarium als Toilette nutzen könnten.