Wieder trifft es eine Kindertageseinrichtung in katholischer Trägerschaft in Münster. Ein Grund sei die Bedarfssituation.

Die Kirchengemeinde St. Marien und St. Josef in Münster wird die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung (Kita) St. Maria Magdalena zum 31. Juli 2026 aufgeben. Darüber informierten die Verantwortlichen am 29. Januar die betroffenen Eltern. Allen elf Kindern, die derzeit die Einrichtung besuchen, wird ein Platz in der Kita St. Marien, ebenfalls in Münsteraner Ortsteil Sprakel, angeboten. Zuvor waren bereits die Mitarbeitenden über die Entscheidung informiert worden. Sie werden beim Träger weiterbeschäftigt werden, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet.

Die Kita St. Maria Magdalena gehört mit zwei Gruppen zu den kleineren Einrichtungen. Entscheidend für die Aufgabe der Trägerschaft und des Kita-Standortes ist, dass durch das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) kleine Einrichtungen mit wenigen Gruppen strukturell benachteiligt werden und finanziell nicht auskömmlich zu betreiben sind. Ein weiterer Aspekt, der Auswirkungen auf die Trägerentscheidung hatte, ist die Bedarfssituation in Münster. Perspektivisch bleiben Kitaplätze in der Domstadt, darunter auch im Stadtteil Sprakel, unbesetzt.

Pfarrer Niemeier: Entscheidung war nicht leicht

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, erklärt Pfarrer Jörg Niemeier, und fügt hinzu: „Unser oberstes Ziel war und ist immer das Wohl der Kinder und das unserer beschäftigten Mitarbeitenden.“ Der Kirchengemeinde ist es deshalb besonders wichtig, keinen Betreuungsvertrag kündigen zu müssen. „Wir wissen, wie belastend diese Veränderung für Kinder, Familien und Mitarbeitende ist. Umso wichtiger ist es uns, alle Beteiligten in diesem Prozess bestmöglich zu begleiten“, betont Verbundleiterin Sandra Janssen.

Die Kirchengemeinde St. Marien und St. Josef unterhält im laufenden Kindergartenjahr 2025/2026 drei Kindertageseinrichtungen. In ihnen werden 135 Kinder betreut, 46 Mitarbeitende werden beschäftigt. Zuletzt wurde Ende Oktober bekannt, dass zwei katholische Kitas aufgegeben werden sollen.