Dresden – Von wegen Dresden schrumpft! Bis 2040 wird die Stadtbevölkerung weiter wachsen, prognostizieren Statistiker.

Nur ein Kind bekommen Dresdner Frauen heute im Schnitt.

Nur ein Kind bekommen Dresdner Frauen heute im Schnitt.  © FESENKO MAKSYM

Bewahrheitet sich die neueste Bevölkerungsprognose aus dem Rathaus, gibt es in 15 Jahren 16.400 mehr Dresdner als heute – dank Zuwanderung.

Leben heute rund 571.500 Menschen in der Stadt, wären es Mitte 2040 dann 587.900. Das liegt am Wanderungssaldo, erklärt der Leiter der Kommunalen Statistikstelle, Holger Oertel (48).

Zuzüge aus anderen Bundesländern und dem Ausland – darunter Fachkräfte für die Chipindustrie sowie Fluchtmigranten – kompensieren Fortzüge, Sterbefälle und sogar ein erwartetes Geburtendefizit von 24.500 Babys.

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Aktuell bekommen Dresdner Frauen nur durchschnittlich 1,1 Kinder, viel zu wenig für stabile Bevölkerungszahlen. „Der Geburteneinbruch hängt mit dem Krieg in der Ukraine zusammen, mit der Verunsicherung, Inflation“, vermutet Oertel.

Bis 2040 prognostiziert er aber einen leichten Anstieg auf 1,3 Kinder je Frau. 46 Jahre ist es her, dass hiesige Damen im Schnitt noch mehr als zwei Kinder (2,1) auf die Welt brachten, das Bevölkerungswachstum allein dadurch stabil blieb.

Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU) wünscht sich eine höhere Geburtenrate.

Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU) wünscht sich eine höhere Geburtenrate.  © Holm Helis

Babymangel ist auch ein Grund, warum Dresden altert, vor allem in den Randlagen. Dort schrumpfen zudem die Einwohnerzahlen laut Prognose, an anderer Stelle soll es – etwa wegen Wohnungsbauprojekten – einen Einwohnerboom geben.

„In Mickten rechnen wir mit einem Zuwachs von 22 Prozent, in der Pirnaischen Vorstadt mit 21 Prozent und der Friedrichstadt fast 20 Prozent“, sagt der Statistikchef.

Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU) appelliert: „Wir müssen offen dafür sein, dass Menschen aus anderen Regionen als Fachkräfte zu uns kommen.“

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Speziell an die zeugungsmüden Dresdner gerichtet sagt Vierfach-Vater Pratzka: „Wir brauchen Mut zu Kindern! Klar ist das manchmal anstrengend, aber man bekommt als Eltern auch viel zurück. So ein Einzelkind, das ist ja langweilig. Mut dazu, auch Geschwister zu haben!“