Ab sofort bekommt ihr im Heimkino den Klassiker, der Clint Eastwood endgültig zur Legende machte und immer noch knallharte Unterhaltung bietet, in bester Qualität. Ein Film, der geeignet ist, eine Debatte über Recht und Gerechtigkeit zu entfachen.
Als „Dirty Harry“ 1971 in die Kinos kam, war Amerika im Umbruch – und mitten hinein platzte dieser Film mit einem Helden, der sich nicht mehr an Regeln hielt. Clint Eastwood spielt Inspector Harry Callahan, einen Polizisten aus San Francisco, der den Scorpio-Killer jagt, einen wahnsinnigen Psychopathen, der die Stadt in Angst versetzt. Callahan ist kein klassischer Saubermann, sondern ein Mann, der tut, was getan werden muss – auch wenn das bedeutet, sich über das Gesetz hinwegzusetzen.
Davon könnt ihr euch endlich in bester Qualität selbst einen Eindruck verschaffen. Nachdem bereits 2025 eine limitierte Veröffentlichung des knallharten Thrillers „Dirty Harry“ als 4K-Ultra-HD-Blu-ray erfolgte und schnell vergriffen, gibt es diese jetzt auch als Standard-Version. Unter anderem beim Online-Versandhändler Amazon könnt ihr euch den Titel holen:
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Die Veröffentlichung umfasst zahlreiche Extras wie mehrere Dokumentationen – darunter eine extra für die 4K-Veröffentlichung angefertigte. Vor allem ist aber der Klassiker mit Clint Eastwood ungekürzt auf der Scheibe, obwohl er sogar mal für kurze Zeit indiziert war.
Darum war „Dirty Harry“ sogar mal indiziert
Lief „Dirty Harry“ im Kino noch mit einer FSK-16-Freigabe, hatten die Behörden Jahre später bei der VHS-Veröffentlichung nämlich plötzlich Probleme mit dem Thriller. Wurde erst eine FSK-Freigabe verweigert, folgte 1985 sogar die Indizierung. Immerhin sah man hier schnell seinen Fehler ein. Bereits 1988 wurde die Indizierung wieder aufgehoben, sodass ungekürzten FSK-16-Veröffentlichungen wie der neuen 4K-Ultra-HD-Blu-ray heute nichts im Weg steht.
Der Grund für die staatlichen Bedenken gegen „Dirty Harry“: Regisseur Don Siegel inszeniert hier einen kompromisslosen, harten Thriller, der die Grenzen zwischen Recht und Selbstjustiz verschwimmen lässt. Die Kamera zeigt dabei das San Francisco der frühen 1970er als raues, graues Pflaster, durchzogen von Gewalt, Misstrauen und moralischer Erosion. Eastwood verkörpert mittendrin einen gebrochenen Helden, der Ordnung aufrechterhält, indem er sie selbst bricht.
Zwischen Heldenfigur und gesellschaftlicher Provokation
Wie wir auch in der FILMSTARTS-Kritik ausführlich erklären, ist „Dirty Harry“ mehr als ein simpler Cop-Thriller. Don Siegel verleiht dem Film eine fast dokumentarische Nüchternheit, während Eastwood seiner Figur jene stoische Härte gibt, die später sein Markenzeichen werden sollte. Der Film lebt dabei vom Kontrast zwischen stiller Konsequenz und eruptiver Gewalt.
Besonders berühmt wurde natürlich die ikonische Szene mit der .44 Magnum und dem Satz: „Do I feel lucky? Well, do you, punk?“ – ein Moment, der in die Filmgeschichte einging und vor allem in einer falsch zitierten, verkürzten Version „Do you feel lucky, punk?“ zahllose Parodien nach sich zog. Doch jenseits dieses Macho-Mythos steckt in „Dirty Harry“ eine ambivalente, fast schon pessimistische Weltsicht. Siegel und Eastwood porträtieren eine Gesellschaft, die ihren moralischen Kompass verloren hat.
Eine bleibende Kontroverse
Kritiker warfen dem Film damals vor, faschistoides Denken zu glorifizieren – eine Kritik, die bis heute nachhallt. Natürlich hat der Film eine Menge zwiespältiger, wenn nicht sogar fragwürdiger Momente. Doch am Ende ist „Dirty Harry“ so gut, weil er nicht nur sauspannende Action bietet, sondern auch das Publikum anregt, sich mit der eigenen Haltung zu Gewalt, Macht und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Es ist ein Film, der provoziert, weil er keine einfachen Antworten bietet.
Obwohl „Dirty Harry“, wie bereits eingangs erwähnt, eindeutig ein Spiegel der Zeit ist, in welcher er entstand (mehr dazu in der FILMSTARTS-Kritik), hat er das Genre verändert und wurde zum Vorläufer vieler späterer Antihelden-Interpretation von Jack Bauer in „24“ bis Batman in „The Dark Knight“. Ohne Harry Callahan gäbe es womöglich auch eine Serie wie „True Detective“ nicht, die auf andere Weise einen ähnlichen moralischen Grenzgang wagt.
Vor allem hat „Dirty Harry“ aber auch mehr als 50 Jahre nach seiner Premiere nichts von seiner Wucht verloren. Davon solltet ihr euch unbedingt selbst überzeugen. Falls ihr eine weitere Action-Thriller-Empfehlung braucht, haben wir den folgenden Artikel für euch:
Dieser viel zu unbekannte Action-Thriller ist der absolute Lieblingsfilm von Stephen King
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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