„Das war sehr nett“Trump: Putin stimmt Pause für Angriffe auf ukrainische Städte zu
29.01.2026, 19:28 Uhr
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Wann genau die angebliche Angriffspause beginnen sollte, sagte US-Präsident Trump nicht. (Foto: picture alliance / CNP / AdMedia)TeilenFolgen auf:
Mitten im Winter greift Russland gezielt die ukrainische Energie-Infrastruktur an. Allein in Kiew müssen etliche Menschen bei eisigen Temperaturen ohne Strom und Heizung auskommen. US-Präsident Trump zufolge sagt nun Kremlchef Putin einer kurzen Angriffspause zu. Bestätigung aus Moskau gibt es dafür aber nicht.
Russlands Staatschef Wladimir Putin hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugesagt, die Angriffe auf Kiew und weitere ukrainische Städte für eine Woche auszusetzen. „Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und die anderen Städte zu schießen“, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington und fügte an: „Und er hat dem zugestimmt, und ich muss Ihnen sagen, das war sehr nett.“
Aus Moskau gab es dafür noch keine Bestätigung. Aus Trumps Ausführungen ging nicht hervor, wann genau der Zeitpunkt für den Start für eine angebliche Angriffspause infrage kommen könnte.
Mit Blick auf die Menschen in der Ukraine sagte Trump: „Sie haben noch nie so unter der Kälte gelitten.“ Russland hat in den vergangenen Wochen verstärkt das ukrainische Energienetz bombardiert, durch die Attacken waren Tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen immer wieder ohne Strom und ohne Heizung.
In Kiew sind nach Angaben des Bürgermeisters Vitali Klitschko mehr als 450 Wohnblöcke weiter ohne Fernwärme. Russland hat zu Jahresbeginn seine Attacken aus der Luft auf die ukrainische Hauptstadt noch einmal verstärkt. Großangriffe gab es am 9. und 13. Januar. Nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6.000 Wohnblöcke und damit gut die Hälfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Der Stromversorger musste zu Notabschaltungen greifen. Erst am heutigen Donnerstagmorgen wurden wieder planmäßige Stromsperren eingeführt, wodurch viele Kiewer zumindest wieder fünf bis acht Stunden Elektrizität täglich haben. Klitschko hatte die Einwohner bereits aufgefordert, wenn möglich, Kiew zumindest für kurze Zeit zu verlassen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte angesichts der fortgesetzten Angriffe vor fatalen Folgen. „Es ist ein sehr harter Winter, und die Ukrainer leiden sehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe“, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Russland bombardiere die Ukrainer weiter in dem Bestreben, sie „frieren zu lassen, bis sie kapitulieren“.
Für die kommenden Tage hat der ukrainische Wetterdienst vor extremem Frost mit nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad gewarnt. Nach jüngsten Behördenangaben wurden am Donnerstag bei russischen Angriffen auf Ziele im Zentrum und im Süden der Ukraine sechs Menschen getötet.