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Axsana-Studie
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Brustkrebs: UKSH erforscht schonendere Achsel-Operationen
Eine internationale Studie untersucht weniger invasive Operationsmethoden bei Brustkrebs. Diese sollen die körperlichen und psychischen Belastungen der Patientinnen verringern. Federführend dabei ist das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH).
Lübeck. In Europa wird jedes Jahr bei mehr als 500.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Welche Operationen sind wirklich nötig, damit die Patientinnen sicher behandelt werden – und trotzdem möglichst wenig Spätfolgen haben? Auf diese Frage liefert die internationale Axsana-Studie wichtige Antworten. An dieser Untersuchung ist das UKSH maßgeblich beteiligt.
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Axsana ist die weltweit größte Studie zur operativen Behandlung der Lymphknoten in der Achselhöhle bei Brustkrebs und das Hauptprojekt des europäischen Studiennetzwerks Eubreast. Geleitet wird Axsana von Prof. Dr. Maggie Banys-Paluchowski vom UKSH und Prof. Dr. Thorsten Kühn vom Universitätsklinikum Ulm. Beteiligt sind Forschungsteams aus 27 Ländern.
Häufig auch Lymphknoten in der Achselhöhle befallen
Bei rund einem Drittel der Brustkrebspatientinnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose Lymphknoten in der Achselhöhle von Krebszellen befallen. Lange Zeit galt daher die Entfernung zahlreicher Lymphknoten in dieser Situation als Standardverfahren, sagt Prof. Banys-Paluchowski.
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Diese radikale Operation könne jedoch langfristig zu Schwellungen des Arms, Schmerzen, Taubheitsgefühlen und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Da viele Patientinnen vor der Operation eine Chemotherapie erhalten, besteht nach Angaben der Forscher die Chance, den Eingriff in der Achsel zu begrenzen – vorausgesetzt, die ursprünglich befallenen Lymphknoten lassen sich bei der Operation sicher wiederfinden.
Im Rahmen der Axsana-Studie werden verschiedene Operationsverfahren verglichen, bei denen diese Lymphknoten vor Beginn der Chemotherapie mit einem Marker gekennzeichnet werden. Eine nun veröffentlichte Auswertung zeigt, dass Verfahren, bei denen der Marker mit einer speziellen Sonde aufgespürt wird, signifikant erfolgreicher sind als andere Vorgehensweisen. So können größere Eingriffe, die das Risiko für Spätfolgen erhöhen, häufiger vermieden werden, erklärt Prof. Banys-Paluchowski.
In Europa bestehen bislang große Unterschiede in den Behandlungsempfehlungen, und die Datenlage war lange unzureichend. Deshalb wird im Rahmen der Axsana-Studie ein Register mit Daten von mehr als 5000 Patientinnen erstellt. Es soll dazu beitragen, die Lebensqualität nach unterschiedlichen Operationsformen systematisch zu erfassen und so eine internationale Standardisierung zu ermöglichen.
LN