TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Köln – Jahrzehntelang war das 50 Hektar große Produktionsgelände in Köln-Bocklemünd auch Drehort der legendären ARD-Serie „Lindenstraße“. Die 150 Meter lange Außenkulisse mit Wohn- und Geschäftshäusern gibt es längst nicht mehr. Jetzt will der WDR das gesamte Areal verkaufen.
Millionen Fans hatten vor dem Fernseher fast 35 Jahre lang Woche für Woche mit Mutter Beimer & Co. mitgefiebert. Am 23. März 2020 dann das Aus für die „Lindenstraße“ – laut WDR nach 1785 Folgen und 52.770 Sendeminuten. 2022 rückten die Bagger an, machten die Kulissen der Serie platt. Requisiten, Kostüme und Kulissen wurden teilweise zu Ausstellungsstücken. So zeigt das Technik-Museum in Speyer in einer Dauerausstellung unter anderem die Filmkulissen des Restaurants „Akropolis“.

Es war einmal: Die Kulissen für die „Lindenstraße“ auf dem riesigen WDR-Gelände in Köln wurden zwei Jahre nach dem Ende der beliebten Fernsehserie abgerissen
Foto: WDR/Thomas Kost
So begründet der WDR den Verkauf
Zu groß, zu hohe Kosten, nicht mehr zeitgemäß: Der gesamte WDR-Produktionsstandort im Kölner Norden soll nun verkauft werden. Moderne und digitale Produktionsprozesse bräuchten weniger Platz, begründet der WDR die Entscheidung. Die riesige Fläche in Köln rechne sich nicht mehr. WDR-Intendantin Katrin Vernau: „Das sehr große Betriebsgelände in Bocklemünd passt nicht mehr zu den Anforderungen unseres digitalen, smarten Produktionsbetriebs. Ein weiterer Erhalt des Standorts ist schlichtweg unwirtschaftlich.“
Die Verkaufspläne basierten auf einer internen Bedarfsanalyse und einer unabhängigen Wirtschaftlichkeitsprüfung. Eine Sprecherin des Senders gegenüber BILD: „Es wird ein transparentes und offenes Bieterverfahren für den Verkauf des Geländes angestrebt.“ Einzelheiten zum Prozess sollen „zum gegebenen Zeitpunkt“ bekanntgegeben werden.

Das Gelände in Köln-Bocklemünd ist einer der größten Produktionsstandorte des WDR
Foto: WDR Westdeutscher Rundfunk
Auch andere TV-Serie wurde hier gedreht
Noch sind dort verschiedene Abteilungen untergebracht – von Produktionshallen, in denen beispielsweise auch die Daily Soap „Verbotene Liebe“ produziert wurde, über Veranstaltungstechnik bis hin zum Instrumentenlager. Mieter auf dem Gelände sind der Zentrale Beitragsservice (früher GEZ), die Produktionsgesellschaft der Bavaria Studios und die Film- und Theater-Ausstattung GmbH.

Familie Beimer erlebte in der TV-Serie alle Höhen und Tiefen. Die erste Folge lief am 8. Januar 1985
Foto: WDR
In einem ersten Schritt soll nun ein WDR-Projektteam den Bedarf und die Möglichkeiten von alternativen Standorten prüfen, an denen die betroffenen Bereiche schon ab 2028 arbeiten können. Mitarbeiter und Personalrat würden dabei eingebunden.
Alles soll laut WDR aber so zügig wie möglich über die Bühne gehen. Spätestens bis 2035 soll der gesamte Verkaufsprozess für die Immobilie abgeschlossen sein. Fest steht aber schon jetzt: Ein Kapitel Fernsehgeschichte geht damit endgültig zu Ende.