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Washington – Frontalangriff vom Boss: Die amerikanische Musiklegende Bruce Springsteen (76, „Born In The USA“, „The River“, „Streets Of Philadelphia“) hat einen Protestsong gegen die umstrittenen Ereignisse von Minneapolis geschrieben, bei denen zwei Menschen erschossen wurden. In dem Lied attackiert Springsteen die ICE-Truppen des Heimatschutzministeriums als Schlägerbande und ruft zum Widerstand gegen die Regierungstruppen auf.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Springsteen, der den vormaligen Präsidenten Barack Obama in dessen Wahlkämpfen unterstützte, gegen Donald Trump Stellung bezieht. Doch die Deutlichkeit von „The Streets Of Minneapolis“ erinnert an die Bürgerrechtsbewegung gegen Rassentrennung und Vietnamkrieg in den 1960er und 1970er Jahren, die sich musikalisch unter anderen in Joan Baez und Pete Seeger manifestierte.

In seinem aktuellen Lied, das durch seinen Titel an Springsteens Welthit „Streets Of Philadelphia“ gegen die Stigmatisierung von Aids-Kranken erinnert, spricht „The Boss“ den Bundesbeamten jegliche politische und demokratische Legitimierung ab. „Eine Stadt in Flammen kämpfte gegen Feuer und Eis“, heißt es da – wie stets mit dem üblichen Springsteen-Pathos –, wobei Eis, auf Englisch, ice, gleichzeitig die Abkürzung für die umstrittenen Anti-Migrations-Truppen ist.

„Unter den Stiefeln der Besatzer …“

Und weiter: „Unter den Stiefeln der Besatzer, König Trumps Privatarmee vom DHS (Department of Homeland Security, Dachbehörde der ICE, Red.), mit Waffen an ihren Mänteln, kamen sie nach Minneapolis, um das Gesetz durchzusetzen – so lautet zumindest ihre Lesart.“

Springsteen selbst meldete sich am Mittwoch auf Social Media zu seinem Song zu Wort und machte auch da seine politische Haltung sehr deutlich. „Ich schrieb diesen Song am Samstag, nahm ihn gestern auf und habe ihn heute veröffentlicht – als Antwort auf den staatlichen Terror, der die Stadt Minneapolis heimgesucht hat.“ Zudem widmete er seinen Song „den Bürgern von Minneapolis, unseren unschuldigen Migranten-Nachbarn und dem Gedenken an Alex Pretti und Renee Good“, den beiden Todesopfern der Schüsse von Minneapolis.

Die Reaktion aus dem Weißen Haus erfolgte prompt. Trump-Sprecherin Abigail Jackson sagte: „Die Trump-Regierung kümmert sich darum, Demokraten auf staatlicher und lokaler Ebene dazu zu ermutigen, mit Bundespolizeibeamten zusammenzuarbeiten, um gefährliche kriminelle illegale Einwanderer aus ihren Gemeinden zu entfernen – und nicht um blindwütige Lieder mit irrelevanten Meinungen und falschen Informationen.“