Die örtlichen Behörden arbeiten intensiv daran, die Wärme- und Stromversorgung wiederherzustellen. Für die kommenden Tage hat der ukrainische Wetterdienst vor extremem Frost mit nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad gewarnt. Nach jüngsten Behördenangaben wurden am Donnerstag bei russischen Angriffen auf Ziele im Zentrum und im Süden der Ukraine sechs Menschen getötet.

Russland wird nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow internationale Sicherheitsgarantien nur für eine moskaufreundliche Ukraine akzeptieren. Die russische Regierung wisse nicht, was die USA und die Ukraine zu Sicherheitsgarantien vereinbart hätten, sagte Lawrow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Moskau.

„Wenn das Ziel ist, auf einem Teilgebiet der früheren Ukraine das Regime zu erhalten und fortgesetzt dieses Regime als Brückenkopf für Bedrohungen gegen Russland zu nutzen, dann (…) werden solche Garantien kaum einen verlässlichen Frieden sichern“, sagte der Minister. Moskau sei dagegen offen für Vereinbarungen über kollektive Sicherheit in der Region, die auch die Sicherheit Russlands umfasse.

Angesichts der humanitären Lage und des harschen Winters in der Ukraine hat die EU zusätzlichen Hilfen für das Land in Höhe von insgesamt 195 Millionen Euro angekündigt. Davon sollen 50 Millionen Euro an das staatliche ukrainische Energieunternehmen Naftogaz gehen, um das Energiesystem zu unterstützen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. 145 Millionen Euro sind als humanitäre Hilfe vorgesehen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel vor einer „humanitären Katastrophe“ in der Ukraine. Trotz der von den USA geführten Gespräche in Abu Dhabi über ein Kriegsende versuche Russland, die Ukrainer „zur Kapitulation zu bomben und frieren zu lassen“. Es sei „ein sehr harter Winter und die Ukrainer leiden wirklich“, betonte sie.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht derzeit keine Notwendigkeit für einen direkten Kontakt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er sei sehr skeptisch, ob Russland wirklich bereit zu einem Friedensschluss und einem Waffenstillstand sei, sagt Merz. „Deswegen werden wir unseren Druck auch aufrechterhalten müssen, auch die Sanktionen aufrechterhalten müssen – wo immer möglich, auch verstärken.“ Man wisse um die Vorbereitung und den Verlauf der Gespräche zwischen der Ukraine und Russland. „Insofern sehe ich im Augenblick keine Notwendigkeit, zusätzliche Gesprächskanäle zu eröffnen“, fügt der Kanzler auf die Frage nach einem Gespräch mit Putin hinzu.