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Das DHB-Team steht vorm EM-Halbfinale gegen Kroatien. Der deutsche Abräumer stimmt sein Team ein – und warnt den ausgeschiedenen Star der Franzosen.

Herning – Noch zwei Siege und der Handball-Gipfel ist erreicht. Dann hätte sich das DHB-Team den EM-Titel 2026 gesichert. Zehn Jahre, nachdem die „Bad Boys“ im damaligen Finale des Kontinentalturniers Spanien deklassierten (24:17) und sensationell den Pokal in die Höhe recken durften.

Während des Hauptrundenspiels Deutschland gegen Frankreich der Handball-EM 2026 geraten die Spieler Jannik Kohlbacher (rechts) und Dika Mem aneinander.Stimmt Frankreichs Dika Mem (links), der ab Sommer 2027 in der Handball-Bundesliga spielt, auf neues Terrain ein: DHB-Abräumer Jannik Kohlbacher, hier während der EM 2026. © Sina Schuldt/dpa

Als nächste Hürde wartet auf das Team von Coach Alfred Gíslason am Freitag, 30. Januar, um 17:45 Uhr Kroatien – dessen Spieler im Vorfeld mit diversen Kapriolen leben müssen. Pikant: Trainiert werden die Mannen vom Balkan von einem alten Bekannten. Nämlich Dagur Sigurðsson, dem Trainer der Europameister von 2016. Bevor es zum Wiedersehen kommt, richtet „Türsteher“ Jannik Kohlbacher markige Worte an den Gegner – und hat gleichzeitig einen Rat für den Star der ausgeschiedenen Franzosen parat.

Vor EM-Kracher gegen Kroatien: DHB-Star Jannik Kohlbacher spricht über seine Rolle

Kohlbacher ist einer der drei verbliebenen „Bad Boys“ von 2016, die sich am Ende des Turniers die EM-Krone aufsetzen konnten. Ebenso noch dabei sind Torhüter Andreas Wolff und Linksaußen Rune Dahmke. Kohlbacher wiederum bekleidet die Position des Kreisläufers und gilt als klassischer Abräumer. 1,93 Meter groß, 117 Kilogramm schwer, definitiv eine Erscheinung. Zwar kam der 30-Jährige bislang nur sporadisch bei der Handball-EM 2026 zum Einsatz. Doch wenn, dann wusste Kohlbacher den Gegner allein mit seiner physischen Präsenz in Schach zu halten.

Der deutsche Kader für die Handball-EM 2026 – gleich vier Debütanten nominiertDie deutschen Handball-Stars Andreas Wolff, Renars Uscins und Juri Knorr haben ein gemeinsames Ziel: Den EM-Titel 2026.Fotostrecke ansehen

„Wir haben damals alles verprügelt, was auch nur ansatzweise in den Neuner reinkommen wollte“, ließ Kohlbacher vorm Turnier markige Worte vom Stapel und blickte gleichzeitig auf die EM 2016 zurück. Was martialisch klingt, erklärt Kohlbacher so: „Ich bin Defensivspezialist und freue mich, wenn die anderen dann mehr Sauerstoff und Power haben, um vorne klare Aktionen zu spielen“. Mit Toren konnte er bislang kaum glänzen, lediglich ein Tor steht zu Buche. Dafür hält er anderen den Rücken frei – und stimmt das DHB-Team schon mal verbal aufs Duell mit Kroatien ein.

„Werden uns verprügeln“: Kohlbacher stimmt DHB-Team aufs EM-Halbfinale gegen Kroatien ein

„Die werden über Kampf und Emotionen kommen. Die werden versuchen, uns zu verprügeln. Wir brauchen Aggressivität in der Deckung“, so Kohlbacher im Gespräch mit der Hessenschau. Dass mit Sigurðsson sein Coach der EM 2016 an der Seitenlinie der Kroaten steht, würde für den Spieler der Rhein-Neckar-Löwen rein gar nichts ändern. Im Gegenteil: „Das Motto der Bad Boys hat sich vielleicht geändert. Aber ich gönne ihm nix, er wird uns auch nix gönnen“.

Worte, die nicht nur so daher gesagt sind, sondern die das DHB-Team schon im letzten Hauptrunden-Spiel gegen Frankreich in die Tat umsetzte. Vor allem dem Superstar der Franosen, Dika Mem, gefiel die mitunter harte Gangart der DHB-Defensive gar nicht. Auch hierfür hat Kohlbacher klare Worte.

„Er hat Matthes [Langhoff; Anmerkung der Redaktion] nach einem Zweikampf so angeschaut, als wäre es eine Majestätsbeleidigung, wenn man ihn anfasst. Dann kann er sich auf jeden Fall in der Bundesliga schon darauf freuen, wenn er zum Beispiel mal in Eisenach spielt. Da kriegt er einfach dermaßen auf die Fresse“, so der Rückraum-Spieler.

DHB-Abräumer Kohlbacher warnt Franzosen-Star: „Dann muss man sich ihn auch mal schnappen“

Einmal an Fahrt aufgenommen, setzt Kohlbacher nach. „Da sollte man ihm einfach zeigen, dass er nicht machen kann, was er möchte. Und dann muss man sich ihn auch einfach mal schnappen. Er hat sich dann darüber beschwert, aber mir ist das relativ egal, weil das ist Handball. Nur, weil in Spanien im Handball keiner angefasst wird, ist das in Deutschland nicht automatisch auch so“.

Am Ende sollte das DHB-Team die Franzosen bezwingen (38:34), nicht zuletzt dank eines überragenden Juri Knorrs, der zehn Treffer zum Sieg beisteuerte. Nun muss gegen Kroatien erneut alles passen, um den Traum vom Titelgewinn am Leben zu erhalten. Das Finale am Sonntag, 1. Februar, würden Kohlbacher, Knorr & Co. entweder gegen den haushohen Favoriten Dänemark oder Außenseiter Island bestreiten. Egal, zu welcher Paarung es letztlich kommt – die Türsteher-Qualitäten von Kohlbacher dürften wieder gefragt sein. Allein, um seinen Worten Nachhall zu verleihen. (han)