Mobilitätsforschung

RWTH testet besonderen Prototyp: E-Bus wird zur Seilbahn

29.01.2026 – 15:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Prototypen des upBUS vor der RWTH Aachen: Mobilität wird mit autonomem E-Bus und Seilbahn anders gedacht.Vergrößern des Bildes

Prototypen des upBUS vor der RWTH Aachen: Mobilität wird mit autonomem E-Bus und Seilbahn anders gedacht. (Quelle: RWTH Aachen)

Forschende der RWTH Aachen testen ein neues Mobilitätskonzept. Ein autonomer Elektrobus koppelt während der Fahrt an eine Seilbahn.

Forschende der RWTH Aachen haben im Projekt „upBUS“ erstmals einen Prototypen eines kombinierten Elektrobus- und Seilbahnfahrzeugs erfolgreich getestet. Der Versuch fand an der RWTH statt und markiert einen wichtigen Schritt für ein neues urbanes Verkehrssystem.

Beteiligt sind das Institut für Strukturmechanik und Leichtbau, der Lehrstuhl für Höchstfrequenzelektronik sowie der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt verbindet autonom fahrende Elektro-Minibusse mit urbanen Seilbahnen.

Im Mittelpunkt der ersten Testphase stand ein vollautomatischer Kopplungsprozess. Dabei wechselt eine Passagierzelle während der Fahrt innerhalb weniger Sekunden zwischen Bus und Seilbahngehänge. Die RWTH entwickelte dafür ein eigenes System.

Für die Versuche bauten die Forschenden ein 20 Meter langes Seilbahnmodell mit geführtem Schlitten auf. Der Wechsel vom Fahrbetrieb auf der Straße in den Seilbahnmodus und zurück gelang nach Angaben der RWTH mehrfach zuverlässig. Die Tests lieferten laut Projektteam wichtige Erkenntnisse, die sich nur mit einem realen Prototypen gewinnen ließen.

Projektleiter Professor Kai-Uwe Schröder erklärte, die frühe Entwicklung eines funktionsfähigen Minimalprototyps habe zentrale technische Herausforderungen sichtbar gemacht. Dadurch lasse sich die weitere Entwicklung gezielter vorantreiben.

Auf Basis der Ergebnisse entwickeln die beteiligten Institute die Technik nun weiter. Für den Sommer 2026 plant das Team Feldversuche im Realmaßstab. Ziel ist es, eine sichere und reproduzierbare Kopplung während der Fahrt zu demonstrieren. Professor Renato Negra betonte, das Projekt vereine die Robustheit von Seilbahnen mit dem Komfort autonomen Fahrens.

Perspektivisch könnte das Konzept auch praktisch erprobt werden. In einem Folgeprojekt ist eine Pilotstrecke in der Gemeinde Simmerath in der Städteregion Aachen vorgesehen. Eine erste Machbarkeitsstudie bewertete die technische und räumliche Umsetzbarkeit bereits positiv. In weiteren Schritten sollen Wirtschaftlichkeit und Auswirkungen auf Verkehr und Umwelt untersucht werden. Laut Professor Achim Kampker kann das System den Verkehrsraum erweitern, Staus verringern und Emissionen senken.