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Nach der deutschlandweiten Großrazzia bleiben Fragen offen. Es gibt um Schleuser und Nagelstudiios. Dabei geriet ein Bergkamener Unternehmen in Verdacht.
Bergkamen – Zwei Wochen nach den Hausdurchsuchungen in Bergkamen-Mitte, sind immer noch Fragen offen. Im Rahmen eines bundesweiten Großeinsatzes mit über 1000 Bundespolizisten, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft wurden am 14. Januar zwei Objekte in der Hubert-Biernat-Straße durchsucht.
Über 1000 Einsatzkräfte der Bundespolizei durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräume, darunter auch viele Nagelstudios wie in Düsseldorf (Bild). Der Einsatz richtet sich gegen das Schleusen von Arbeitskräften nach Deutschland und die Schwarzarbeit in Nagelstudios. © David Young/dpa/picture alliance/dpa
Der Grund war ein Ermittlungsverfahren gegen einen 56-jährigen Düsseldorfer, das bereit seit September 2023 läuft. „Gegen ihn besteht der Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern, des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Steuerhinterziehung“, hieß es in einer Pressemitteilung zu dem Einsatz. Bundesweit gab es 49 Hausdurchsuchungen und zwei davon in Bergkamen-Mitte. Der Hauptbeschuldigte soll zeitgleich bis zu zehn Nagelstudios betrieben haben, jedoch mithilfe von vietnamesischen Staatsangehörigen ohne entsprechende Aufenthaltserlaubnis. Es soll ein Schaden von mehr als sieben Millionen Euro entstanden sein.
Bergkamener Unternehmen von Beamten durchsucht
Entgegen der damaligen Aussage der Bundespolizei nahmen die Beamten in Bergkamen nicht nur Wohnräume, sondern ebenfalls ein Unternehmen in derselben Straße unter die Lupe. Das verrät nun Julius Sterzel von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf auf Nachfrage unserer Redaktion: „Bei dem weiteren Durchsuchungsobjekt handelte es sich um die Geschäftsräume eines Unternehmens, welches Dienstleistungen für die Nagelstudiokette erbracht hat“, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. „Verdachtsmomente gegen Verantwortliche und Mitarbeitende des Bergkamener Unternehmens bestehen nicht.“
Ob etwas bei der Durchsuchung der Wohnung gefunden wurde, ist weiterhin unklar. Die großangelegten Durchsuchungen zielten darauf ab, Beweismittel sowie Vermögenswerte sicherzustellen. Stenzel erklärt dazu: „Die Sichtung der in den zahlreichen Durchsuchungsobjekten aufgefundenen potentiellen Beweismittel dauert derzeit noch an, eine Auflistung hinsichtlich der in Bergkamen sichergestellten Beweismittel liegt mir noch nicht vor.“
Bei der Wohnung in der Hubert-Biernat-Straße habe es sich um eine Anschrift einer Bergkamenerin gehandelt, die in den Nagelstudios tätig war. „Nach bisherigen Erkenntnissen wurden einzelne Beschäftigte wechselnd in verschiedenen Nagelstudios eingesetzt“, sagt Stenzel und bestätigt den Verdacht vom 14. Januar: „Aufgrund der örtlichen Nähe kommen für die in Bergkamen wohnhafte Beschäftigte die drei Nagelstudios in Dortmund in Betracht.“ Ob sich die Verdächtige mit vietnamesicher Staatsangehörigkeit illegal in Deutschland aufhält oder keine Arbeitserlaubnis hatte, ließ Stenzel unbeantwortet.