
Kevin Volland, Florian Niederlechner oder Manuel Riemann klingen nach großer Bundesliga und viel Prominenz. Dabei geht es aber „nur“ um die 3. Liga zwischen 1860 München und Aachen – und für die Alemannia um den Klassenerhalt.
Wenn am Samstag in München die Drittliga-Partie zwischen dem heimischen 1860 und der Alemannia aus Aachen (live im WDR ab 14 Uhr) startet, dürften sich manche Fans eher an vergangene Bundesliga-Jahre erinnert fühlen. Denn auf dem Rasen stehen so einige Ex-Helden der deutschen Eliteklasse – alleine drei Spieler der beiden Teams bringen es zusammen auf 572 Bundesliga-Spiele.
Massig Bundesliga-Erfahrung bei 1860
Die meisten davon, 277 Stück, entfallen auf Münchens Kevin Volland, der im Sommer zu seiner ersten Profistation bei den „Löwen“ zurückgekehrt ist. „Kevin wird uns nicht nur mit seiner Qualität auf dem Spielfeld weiterbringen, sondern auch ein wichtiger Baustein im Innenleben der Mannschaft sein“, hatte beim Transfer im April Geschäftsführer Dr. Christian Werner erklärt.
Florian Niederlechner und Kevin Volland bejubeln Treffer
„Florian hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er ein herausragender Stürmer ist. In den obersten drei Ligen Deutschlands hat er über 100 Tore erzielt.“ Es sind sehr ähnliche Worte des Geschäftsführers, um einen anderen 1860-Neuzugang drei Wochen später zu beschreiben. Die Rede ist von Florian Niederlechner, der es auf immerhin 197 Partien in der Bundesliga bringt.
Riemann neuer Hoffnungsträger in Aachen
Gemeinsam sollen er und Volland im Herbst ihrer Karriere 1860 München zurück in die 2. Bundesliga schießen. Das klappt bisher mehr schlecht als recht. Niederlechner steht bei fünf Torbeteiligungen in dieser Saison, Volland bei zumindest beachtlichen acht. Die Zahl ist das Stichwort: Auf acht steht München auch in der Tabelle, sechs Punkte hinter dem Relegationsrang drei und „nur“ mit ausgeglichenem Torverhältnis.
Doch wer ist der ominöse Dritte, der den Bundesliga-Glamour auf das Feld bringt? Es ist der Mann, der die vorgenannten möglichst am Torerfolg hindern soll: Manuel Riemann – seines Zeichens neuer Torhüter bei Alemannia Aachen. Und auch Riemann bringt viel Vita mit. Mit seinen 37 Jahren war er fast schon beim Karriereende angekommen und zuletzt vereinslos.
Alemannia zu Torwart-Transfer gezwungen
Doch Riemann bringt es eben auch auf 98 Bundesliga-Spiele, allesamt für den VfL Bochum, wo er insgesamt 272 Spiele das Tor hütete. Dort kam es vor der entscheidenden Abstiegsrelegation der Bundesliga 2024 zum Bruch. Er wurde degradiert, verklagte den Klub und es entwickelte sich eine unschöne, öffentliche Schlammschlacht. Anfang 2025 ging es für ein halbes Jahr zum SC Paderborn, danach blieb er ohne Klub in der Hinrunde.
Nun schlug Aachen zu – weil die Alemannia dringend einen neuen Torwart brauchte. Stammkeeper Jan Olschowsky kehrte auf eigenen Wunsch und den des Leihvereins aus Gladbach zurück an den Niederrhein. „Wir hätten ihn gerne noch bis zum Saisonende bei uns gehabt, sind auf seinen Abgang jedoch vorbereitet und werden zeitnah eine Lösung präsentieren“, sagte Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi – und präsentierte nur wenig später Riemann als neuen Schlussmann.
Gindorf ist die Lebensversicherung
Rein sportlich dürfte es kein Leckerbissen werden: Aachen kämpft als 15. um den Klassenerhalt. Zwei Plätze und zwei Punkte trennen die Aachener von der Abstiegsregion. Ein Erfolg in München wäre ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf.
Dafür wird es nicht nur Riemann brauchen, sondern auch einen fitten Lars Gindorf, der anders als Niederlechner und Volland nach 22 Spielen 18 Torbeteiligungen aufweist – und als Top-Torjäger der 3. Liga der klare Beweis ist: Es ist nicht immer der große Name, der Spiele entscheidet.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilungen von 1860 München
- Pressemitteilungen von Alemannia Aachen
- transfermarkt.de
- Ergebnisseite der Sportschau
Sendung: WDR.de, „Viel Bundesliga-Erfahrung bei 1860 München gegen Aachen“, 29.01.2026 19:19 Uhr