Der ukrainische Wetterdienst warnt vor einem weiteren Einbruch der ohnehin niedrigen Temperaturen. Ab Sonntag bis Dienstag drohten Temperaturen von nachts bis zu minus 30 Grad, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Landes mit. Tagsüber würden sich die Temperaturen zwischen minus 15 und minus 22 Grad bewegen, darunter auch in der Hauptstadt Kyjiw. Erst ab Mitte kommender Woche würden die Temperaturen wieder leicht ansteigen.

Russland hat in diesem Winter seine Angriffe auf das ukrainische Energiesystem drastisch verstärkt und bis auf die Atomkraftwerke des Landes nach Angaben aus Kyjiw inzwischen jedes Kraftwerk attackiert. Zudem waren die vergangenen Monate ohnehin deutlich kälter als in den bisherigen Kriegswintern. 

Hunderttausende in Kyjiw ohne Strom

Schwerpunkt der Angriffe ist Kyjiw, wo es seit Wochen zu schweren Ausfällen der Strom- und Heizungsversorgung kommt. Mehrere Hundert Wohnhochhäuser können derzeit nicht beheizt werden, was bei Minusgraden auch zu einem Ausfall der Wasserversorgung führt. Am Mittwoch sprachen die Behörden zudem von 600.000 Menschen in der Hauptstadt, die in ihren Wohnungen keinen Strom hätten. 

Humanitäre Organisationen warnen vor den Folgen der Angriffe. „Bereits jetzt sind in den Großstädten Millionen Menschen ohne Strom, Heizung und Warmwasser“, sagte Oleksandr Nowykow von der Hilfsorganisation Help. Durch weitere Attacken könne sich die humanitäre Lage weiter verschlechtern. Besonders für ältere Menschen, Kinder und Kranke würden Extremtemperaturen in der aktuellen Lage „zu einer lebensgefährlichen Bedrohung“. Menschen, die in höher gelegenen Stockwerken wohnen und aufgrund ihres Alters oder schlechter Gesundheit auf Fahrstühle angewiesen sind, seien „beinahe vollständig von der Außenwelt und weiterer Versorgung abgeschnitten“. 

© Lea Dohle

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Die Bundesregierung hatte Russlands Vorgehen als Kriegsverbrechen verurteilt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, Russland bombardiere die Menschen in der Ukraine in dem Bestreben, sie „frieren zu lassen, bis sie kapitulieren“. Deutschland und die EU haben als Reaktion auf die Angriffe neue Pakete an Winterhilfen für das Land angekündigt. 

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