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Rheinland-Pfalz/Metropolregion Rhein-Neckar – Nach Erscheinen der Bertelsmann-Studie zu Kita-Ausstattung sind die Reaktionen der Kita-Politik aus Sicht der Kita-Fachkräfteverbände der Bundesländer enttäuschend bis erschreckend.

100% Ausstattung sei das Optimum, zufrieden könnten Kinder, Eltern und Fachkräfte auch mit weniger sein, ist zu hören. Baden- Württembergische Bürgermeister äußerten gar gegenüber dem SWR, dass ihr Bundesland im Vergleich zu anderen Bundesländern Gold- und Platin Standards habe, die man aus Kostengründen senken müsse.

Die Aussage der Studie ist dagegen glasklar und lässt keine Interpretation in Bezug auf Einsparpotentiale zu. Kitas, die keine Personalausstattung von 100% aufweisen, können keine kindgerechte Betreuung, Erziehung und Bildung gewährleisten. In den Kalkulationen wird berücksichtigt, dass mehr Personal gebraucht wird, wenn der Anteil jüngerer Kinder in einer Gruppe höher ist, Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache die Kita besuchen oder eine enge Begleitung aufgrund geistiger, körperlicher Beeinträchtigung oder drohenden seelischen Behinderung notwendig ist.

Ohne eine Personalausstattungsquote von 100% kann eine kindgerechte frühpädagogische Arbeit nicht gewährleistet werden. Was bedeutet das konkret für den Kita-Alltag:

Persönliche Zuwendung, Trost und Nähe können nicht im benötigten Maß gewährt werden.
Alltagsintegrierte Sprachförderung kann nur eingeschränkt umgesetzt werden, weil Zeit für kontinuierliche intensive sprachliche Interaktionen zwischen Fachkraft und Kind fehlt

Pädagogische Arbeit kann nicht so differenziert werden, wie das aufgrund heterogener Entwicklungsstände der Kinder notwendig wäre.
Interessen, Fragen und Ideen der Kinder aufzugreifen, um spielerisches Lernen auf vielfältige Weise zu ermöglichen, ist nur eingeschränkt möglich.
Zeit für eine dem Entwicklungsstand angemessene Begleitung der kindlichen Entwicklung fehlt.

Mittelbare Arbeitszeiten zur Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit stehen nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung.
Kinder mit besonderen (sprachlichen, motorischen, kognitiven, sozialen, emotionalen) Bedarfen können nicht adäquat gefördert werden.
Eine unzureichende Personalausstattung führt zu Überforderung und Überlastung von Kindern und Fachkräften.
Fachkräfte resignieren oder verlassen das Berufsfeld, wenn sie dauerhaft merken, dass sie die Ansprüche an eine gute frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung nicht umsetzen können.

Die politischen Versprechen und Statements von bester Bildung von Anfang an und Kinder als wichtigstes Gut unserer Gesellschaft verpflichten, endlich kindgerechte Bedingungen in allen deutschen Kitas zu schaffen und damit das Bildungssystem auf ein festes Fundament zu stellen.

Quelle: Kita Fachkräfteverbände Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2026, 22:05