Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstagabend in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes angeprangert. Merz habe „die fortdauernde systematische und brutale Zerstörung ziviler ukrainischer Energieinfrastruktur durch russische Angriffe auf das Schärfste“ kritisiert, erklärte die Bundesregierung im Anschluss an das Gespräch.

Merz wie Selenskyj hätten die derzeit laufenden Bemühungen um eine Feuerpause in der Ukraine begrüßt und stünden hierzu „in engstem Kontakt“. In Abu Dhabi hatten in der vergangenen Woche erste Direktverhandlungen mit ukrainischer und russischer Beteiligung über ein mögliches Kriegsende stattgefunden. Ukrainische wie US-Vertreter hatten im Anschluss die Gesprächsatmosphäre gelobt. Die Unterredungen sollen noch im Lauf der Woche fortgesetzt werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für die Unterstützung seines Landes durch Deutschland bedankt und Kanzler Friedrich Merz gelobt. „Friedrich demonstriert echte Führungsstärke und ich schätze unsere Koordination sehr“, schrieb er bei Telegram, Bezug nehmend auf ein Telefonat der beiden. Deutschland habe sein Land seit den ersten Kriegstagen unterstützt. Insbesondere die Lieferungen von Luftabwehrsystemen der Typen Patriot und Iris-T seien wichtig für den Schutz des ukrainischen Luftraums.

Auch die nun geleistete Hilfe bei der Überwindung der Energiekrise sei wichtig, schrieb Selenskyj. Regierungssprecher Stefan Kornelius teilte am Abend mit, Merz habe die fortdauernde systematische und brutale Zerstörung ziviler ukrainischer Energieinfrastruktur durch russische Angriffe auf das Schärfste verurteilt. Beide hätten die Bemühungen um eine Feuerpause begrüßt.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugesagt, die Angriffe auf Kiew und weitere ukrainische Städte für eine Woche auszusetzen. „Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und die anderen Städte zu schießen“, sagte Trump am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington und fügte an: „Und er hat dem zugestimmt, und ich muss Ihnen sagen, das war sehr nett.“