Die Essensprüfungen sind im Dschungelcamp gefürchtet. Laut RTL mussten in der aktuellen Staffel Ariel, Gil Ofarim und Eva Benetatou bereits Kamelhirn, Entenblut und Krokodilaugen essen, um zu gewinnen. Aber auch Insekten und Spinnentiere landen gerne auf den Tellern der Dschungelcamp-Stars: 2024 mussten Kim Virginia und Twenty4Tim geröstete Maden herunterwürgen, Heinz Hoenig bekam pürierte Kakerlaken serviert. Für die Kandidaten kostet das Überwindung, aber können Insekten auch gesund sein?

Mehr als 2000 Arten gelten als essbar: Sind Insekten auch gesund?

Tatsächlich sind Insekten aus ernährungsphysiologischer Sicht viel mehr als eine Mutprobe, sondern bieten wertvolle Nährstoffe, wie die Verbraucherzentrale informiert. Sie enthalten viel Protein, teils ähnlich viel wie Rind, Schwein oder Geflügel – gefriergetrocknet sogar deutlich mehr. So kommen Mehlwürmer getrocknet auf über 50 Prozent Eiweiß. Rind, Schwein oder Hühnerfleisch schaffen es insgesamt nur auf um die 22 Prozent Eiweißgehalt. Viele Insektenarten liefern zusätzlich Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Eisen und Calcium.

Laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO essen weltweit rund zwei Milliarden Menschen regelmäßig Insekten. Mehr als 2000 Arten gelten aktuell als essbar. Unter ihnen befinden sich Käfer, Raupen, Ameisen, Grillen und Heuschrecken. In vielen Ländern ist es laut Angaben der Verbraucherzentrale Alltag, Insekten zu essen: So werden in Taiwan gebratene Grillen als Streetfood angeboten, in Thailand sind frittierte Seidenraupen beliebt, in Mexiko gelten die sogenannten Escamoles – Ameiseneier – als Delikatesse. Auch mit Schokolade überzogene Heuschrecken werden in Teilen Südamerikas gerne gegessen.

Woran erkennt man, ob Insekten in Lebensmitteln sind?

Das Essen von Insekten kann man sich auch aus ökologischer Sicht überlegen. Mit den guten Nährwerten gelten Insekten als vielversprechende Alternative zu Fleisch. Ihr essbarer Anteil liegt laut Verbraucherzentrale nämlich bei rund 80 Prozent, beim Rind sind es nur etwa 40 Prozent. Zusätzlich benötigen Insekten weniger Platz und Wasser und verursachen in der Regel geringere Treibhausgas-Emissionen. Allerdings brauchen Zuchtbetriebe konstante Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius. Je nach Standort kann das den Klimavorteil relativieren.

Man muss aber natürlich keine Angst haben, dass in Produkten, die man im Supermarkt kauft, einfach Insekten enthalten sind. Laut der EU sind Insekten in Europa rechtlich als „Novel Food“ eingestuft, also als neuartiges Lebensmittel. Für jede Insektenart ist eine zusätzliche Zulassung nötig. Stand Januar 2026 sind folgende Insekten zum Verzehr zugelassen:

Sie können in verschiedenen Formen – zum Beispiel gefroren, getrocknet oder als Pulver – zum Kauf gefunden werden. In verpackten Lebensmitteln müssen sie aber klar in der Zutatenliste gekennzeichnet sein, inklusive lateinischem Namen und Allergenhinweis. Ein „heimliches Untermischen“ ist also unwahrscheinlich.

Was sollte man beachten, wenn man Insekten essen will?

Wer zukünftig plant, Insekten zu essen, sollte sich aber informieren. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass spezifische Hygienevorgaben für Insektenbetriebe bislang weitgehend fehlen. Verbraucherschützer bemängeln lückenhafte Hinweise zur Keimabtötung.

Zudem können Menschen mit Allergien gegen Hausstaubmilben, Krebs- oder Weichtiere auch auf Insekten reagieren. Wer Insekten probieren möchte, sollte daher nur Produkte aus kontrollierter Zucht kaufen. Von Insekten aus dem Zoofachhandel oder selbst gesammelten Exemplaren wird dringend abgeraten.

  • Pegah Julia Meggendorfer

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