Hygienemängel in Restaurants

Frankfurt führt Lebensmittelkontrollen zu selten durch

30.01.2026 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Lebensmittelkontrolle in StuttgartVergrößern des Bildes

Kontrolle in einem Restaurant (Symbolbild): Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, müssen regelmäßig kontrolliert werden. (Quelle: Katharina Kausche/dpa/dpa-bilder)

Die Kontrolleure decken eklige und gesundheitsschädliche Verstöße in der Gastronomie auf. In Frankfurt kommen sie aber viel seltener als vorgeschrieben.

Bei Kontrollen in Gaststätten werden regelmäßig Hygienemängel wie Schimmel und mangelhaft gekühlte Lebensmittel festgestellt. Diese Ekel-Funde werden in Hessen auf einer Internetplattform der Landesregierung veröffentlicht. Dort können Verbraucher die betroffenen Betriebe und die Art der Beanstandungen einsehen sowie selbst Verdachtsfälle melden.

Das funktioniert über das sogenannte Verbraucherfenster Hessen. Zuständig für die Kontrollen sind aber die kreisfreien Städte sowie die Landkreise. Die Stadt Frankfurt führte im vergangenen Jahr 4.790 Kontrollen in Lebensmittelbetrieben durch. Von der vorgeschriebenen Zahl wurden nach Angaben des Ordnungsamts jedoch nur 46 Prozent erreicht. Das Frankfurter Ordnungsamt nennt Personalmangel und steigenden Dokumentationsaufwand als Gründe für die geringe Kontrollquote.

Auch in anderen hessischen Landkreisen zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Main-Kinzig-Kreis führte 37 Prozent der planmäßigen Kontrollen durch, wie ein Sprecher mitteilt. Er berichtet ebenfalls von Personalmangel. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg hätten 88 Prozent der vorgeschriebenen Kontrollen stattgefunden. Die Quote bei den planmäßigen Routinekontrollen im Rheingau-Taunus-Kreis habe 59 Prozent betragen, teilt eine Sprecherin mit.

Wie problematisch sind diese Lücken? Als gesundheitsschädlich erweisen sich nach Angaben des zuständigen Ministeriums in Wiesbaden „nur rund 0,8 Prozent der im Labor untersuchten, bereits risikoorientiert gezogenen Proben“. Dieser Wert sei bereits seit Jahren stabil. Die Überwachung in Hessen funktioniere gut, bilanziert eine Sprecherin. Die Zahl der Kontrolleure und Kontrolleurinnen sei seit 2019 um 15 Prozent gestiegen. „Der Bereich wurde insgesamt auf allen Ebenen gestärkt“, so die Ministeriumssprecherin.

Der Landesverband der Lebensmittelkontrolleure sieht die Situation kritischer. Die Aufgaben der amtlichen Lebensmittelüberwachung könnten „nicht mehr in dem erforderlichen Umfang wahrgenommen werden, der notwendig wäre, um das dauerhaft hohe Schutzniveau sicherzustellen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Philipp Adanic. In Hessen wie in anderen Bundesländern würden die Soll-Vorgaben nicht erreicht.

Nötig seien ausreichende Ressourcen, auch angesichts wachsender Aufgaben, sagt Adanic. „Die staatlichen Kontrollsysteme verfügen über einen guten Ruf. Voraussetzung dafür sind qualifiziertes und kontinuierlich fortgebildetes Personal sowie eine angemessene finanzielle und technische Ausstattung der Behörden und Labore“, erklärt der Experte.

Mit dem Internet-Portal setzt Hessen auch auf die Mithilfe der Bürger. 2025 gab es mehr als 300 auf diese Weise eingegangene Beschwerden, teilt das Ministerium mit.