Südkoreanische Medien berichteten am 30. Januar unter Berufung auf einen Bericht des US -Finanzministeriums vom 29. Januar (US-amerikanischer Zeit), dass die USA Südkorea weiterhin auf ihrer Liste der Länder führen, die hinsichtlich ihrer Devisenpolitik überwacht werden.
In seinem halbjährlichen Bericht an den Kongress über „ Makroökonomische Politik und Wechselkurse wichtiger Handelspartner“ nahm das US-Finanzministerium zehn Länder und Gebiete, darunter Südkorea, in seine Beobachtungsliste auf und begründete dies mit der Notwendigkeit, deren Geldpolitik und makroökonomische Maßnahmen genau zu beobachten.
Südkorea wurde im November 2023 von der Währungsbeobachtungsliste gestrichen, aber im November 2024 wieder aufgenommen. Dieser Status wurde in einem im Juni 2025 veröffentlichten Bericht bestätigt, und das Land wurde auch dieses Mal nicht von der Beobachtungsliste gestrichen.
Das US-Finanzministerium erklärte, dass der Bericht die Politik wichtiger Handelspartner, die etwa 78 % des gesamten US-Handels mit Waren und Dienstleistungen ausmachen, für die vier Quartale bis Juni 2025 überprüft und bewertet hat. Gemäß dem Handelsförderungsgesetz von 2015 bewerten die USA die makroökonomische und wechselkurspolitische Politik der 20 wichtigsten Handelspartnerländer und stufen Länder, die einer eingehenden Analyse oder Überwachung bedürfen, ein, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.
Zu den Bewertungskriterien gehören drei Faktoren: ein Handelsüberschuss mit den USA von mehr als 15 Milliarden US-Dollar, ein Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von mehr als 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und Nettokäufe von US-Dollar in mindestens acht von zwölf Monaten in Höhe von mehr als 2 % des BIP.
Wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, wird das Land als Land unter eingehender Beobachtung eingestuft. Wenn nur zwei Kriterien erfüllt sind, wird das Land unter Beobachtung gestellt. Dieses Mal wurde kein Land als Land unter eingehender Beobachtung eingestuft.
Das US-Finanzministerium begründete diese Einstufung erneut mit dem Handelsüberschuss mit den USA und dem Leistungsbilanzüberschuss. Laut Ministerium stieg Südkoreas Leistungsbilanzüberschuss deutlich an und erreichte in den vier Quartalen bis Juni 2025 5,9 % des BIP, gegenüber 4,3 % im Vorjahreszeitraum. Dieses Wachstum wurde fast ausschließlich durch den Warenhandel, darunter wichtige Halbleiter und andere Technologieprodukte, getragen, während der Handel mit Einkommen und Dienstleistungen weitgehend unverändert blieb. Südkoreas Leistungsbilanzüberschuss liegt nun über dem Fünfjahresdurchschnitt vor der Pandemie von 5,2 %.
Das US-Finanzministerium fügte hinzu, dass der Handelsüberschuss Südkoreas bei Waren und Dienstleistungen mit den USA 52 Milliarden Dollar erreicht habe, mehr als doppelt so viel wie der Höchststand vor der COVID-19-Pandemie von 18 Milliarden Dollar im Jahr 2016.
Der Bericht des US-Finanzministeriums wies zudem darauf hin, dass der Abwärtsdruck auf den südkoreanischen Won im vierten Quartal 2024 aufgrund der Zinssenkung der Bank von Korea im November und der einsetzenden innenpolitischen Instabilität erheblich sein wird. Bis Ende 2025 wird mit einer weiteren Abwertung des Won gerechnet, die im Widerspruch zu Südkoreas starker Wirtschaftskraft steht.
Das US-Finanzministerium bewertete die Interventionen der südkoreanischen Regierung am Devisenmarkt als im Allgemeinen ausgewogen. Die Behörden hätten eingegriffen, um starke Schwankungen sowohl des Abwärts- als auch des Aufwärtsdrucks auf die Währung zu verhindern. Laut US-Finanzministerium ist Südkoreas Umorientierung von einem Modell kontinuierlicher Interventionen zur Eindämmung der Won-Aufwertung zwischen 2009 und 2016 hin zu einem insgesamt ausgewogeneren Interventionsmodell lobenswert.
US-Finanzminister Scott Besant sagte, das Ministerium beobachte genau, ob Handelspartner ihre Währungen durch Devisenmarktinterventionen und nicht marktorientierte Maßnahmen und Praktiken manipulieren, um sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil im Handel zu verschaffen.
Laut Finanzminister Besant verstärkt das US-Finanzministerium, beginnend mit diesem Bericht, seine Analyse der Geldpolitik und -praktiken der US-Handelspartner, um Präsident Donald Trumps Handelspolitik „America First“ zu unterstützen. Diese vertiefte Analyse wird sich in der Bewertung der Wechselkurspolitik und -praktiken wichtiger US-Handelspartner durch das Ministerium widerspiegeln.
Das US-Finanzministerium teilte mit, dass es bisher gemeinsame Erklärungen mit den Regierungen von sechs Ländern und Gebieten, darunter Südkorea, Japan, der Schweiz, Malaysia, Thailand und Taiwan (China), abgegeben hat, in denen sie ihr Engagement für die Stärkung enger Konsultationen in makroökonomischen und Devisenfragen bekräftigen und sich verpflichten, die Wechselkurse nicht zu manipulieren, um effektive Zahlungsbilanzanpassungen oder unfaire Wettbewerbsvorteile zu verhindern.
Quelle: https://vtv.vn/my-tiep-tuc-dua-han-quoc-vao-danh-list-theo-doi-ve-chinh-sach-ngoai-hoi-100260130082942565.htm