Gewalt im Linienbus

„Inakzeptabel“: Kontrolleur schlägt Fahrgast mit Faust ins Gesicht

30.01.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein Aseag-Bus (Archivbild): In der Linie 51 kam es mutmaßlich zu einer Gewalttat. (Quelle: IMAGO/Hans-Jürgen Serwe)

In einem Bus der Aseag eskaliert eine Fahrkartenkontrolle. Ein Kontrolleur geht auf einen Fahrgast los. Das Busunternehmen und die Sicherheitsfirma reagieren.

Gewalt in einem Aseag-Bus: Vergangene Woche Mittwoch (21. Januar) ist eine Fahrkartenkontrolle in der Linie 51 in Baesweiler offenbar eskaliert. Die „Aachener Zeitung“ veröffentlichte einen Screenshot aus einem Video, in dem zu sehen ist, wie drei Kontrolleure einen Mann zu Boden bringen. Anschließend schlägt einer der Kontrolleure dem fixierten Fahrgast mit der Faust ins Gesicht und stellt ein Bein auf ihm ab.

Aseag-Pressesprecher Paul Heesel bestätigt der Aachener Lokalredaktion von t-online den Vorfall. Ihm zufolge hatte der Kontrolleur zuvor geprüft, ob der Fahrgast einen gültigen Fahrschein besitzt. Der Mann habe weder ein Ticket vorzeigen können, noch sich ausweisen wollen. Als die Tür sich öffnete, habe der Fahrgast den Bus verlassen wollen. Dann sei es zum besagten Vorfall gekommen.

Das fehlende Ticket ist für Heesel aber keine Entschuldigung. „Das Vorgehen der Fahrscheinkontrolleure war inakzeptabel und darf sich nicht wiederholen“, so der Sprecher. Man sei mit der Sicherheitsfirma „Kötter Security“ im Gespräch und habe entsprechende Konsequenzen gezogen: „Der Fahrausweisprüfer, der den Fahrgast geschlagen und getreten hat, darf nicht mehr für die Aseag tätig sein.“ Das ausgestellte sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt müsse der Fahrgast zudem nicht bezahlen.

Am Samstag finde zusätzlich ein Deeskalationstraining für die Fahrscheinkontrolleure statt. „Bei dem Training wird ganz besonders auf den im Video gezeigten Vorfall Bezug genommen, um eine derartige inakzeptable Eskalation zukünftig zu vermeiden“, sagt Heesel. Jene Trainings würden in der Regel alle drei Monate stattfinden.

Die Sicherheitsfirma teilte der „Aachener Zeitung“ mit, dass der Vorfall arbeitsrechtliche Konsequenzen für den Kontrolleur nach sich gezogen habe. Man bedauere den Vorfall und lehne jede Form der Gewalt ab.

Die Polizei sicherte nach dem Vorfall die Personalien der vier Beteiligten. Hinweise auf ein Körperverletzungs- oder Gewaltdelikt hätten sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht ergeben, so die Polizei. Am Tag nach dem Vorfall habe eine angebliche Zeugin zudem eine Online-Anzeige wegen des Verdachts auf Körperverletzung zum Nachteil des Fahrgastes erstattet. Das Video sei der Anzeige beigefügt worden. Das Kriminalkommissariat ermittelt weiter.